Belgrad, Kalemegdan und der Fall der Donaugrenze
Shownotes
Die Festung Kalemegdan steht hoch oben auf einem Felsen. Dort, wo die Save in die Donau mündet. Sie und die sie umschließende Stadt Belgrad bilden damit das Tor nach Mitteleuropa. 1456 hält János Hunyadi hier Sultan Mehmed II. auf und seither läuten in ganz Europa um 12 Uhr mittags die Kirchenglocken. 1521 nimmt Süleyman der Prächtige die Stadt dann aber doch und die Tür nach Norden steht weit offen. Sperrangelweit.
Folge 3 von „Die Narbe Europas" zeichnet den Fall der Donaugrenze nach. Und wirft einen Blick in das spektakuläre Naturschauspiel namens Eisernes Tor.
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Quellen
- Nick Thorpe: Die Donau. Eine Reise gegen den Strom
- Peter F. Sugar: Southeastern Europe under Ottoman Rule, 1354-1804
- Claudio Magris: Donau. Biografie eines Flusses
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Transkript anzeigen
00:00:01: Mein Name ist Ralf, ich bin Historiker und in Deso wie Geschichte gehen wir gemeinsam an die Wurzeln unserer Welt auf das wir sie mit neuen Augen sehen.
00:00:11: Und damit willkommen zurück bei Die Narbe Europas!
00:00:35: Als wir uns das letzte Mal gehört haben da waren wir gerade knapp hinter dem Ausgang des eisernen Tors dieser ja wirklich epochalen letzten Engstelle der Donau.
00:00:46: Wir waren in Vidin, Bulgarien.
00:00:49: Dort haben wir über das Mittelalter im Donauraum und weiter südlich davon gesprochen.
00:00:55: Und darüber, wie gerade diese Balkanfürstentümer im Süden des Flusses dann innerhalb von eigentlich nur zwei Generationen allesamt ihr Ende als unabhängige Staaten gefunden haben.
00:01:06: Schlacht an der Maritza, Dreizehn-Einund-Siebzig, Amselfeld, Dreizehn-Nunund-Dachzig, Nikopolis, Dreizehnsechsundneunzig – ja und am Ende steht ein Sultan an der Donau!
00:01:19: Aber wir haben dabei schon noch etwas festgestellt und das ist auf den ersten Blick gar nicht mal so offensichtlich.
00:01:25: Die Osmanen bilden mit dieser Art der Oberung ja eigentlich eine weltgeschichtliche Ausnahme, für sie war dieser Fluss die Donau nicht der Weg wie es davor fast immer war sondern er war das Ziel zumindest das Vorläufige.
00:01:44: da wollen wir heute weitermachen.
00:01:46: einer Sache aber wie immer schnell vorweg.
00:01:49: Solltest du das noch nicht getan haben?
00:01:51: Abonniere doch bitte diese Show in der App, wo du sie gerade hörst.
00:01:54: Dann verpasst du auch die weiteren Folgen dieser Serie mit Sicherheit nicht!
00:01:58: Ja und außerdem möchte ich dich in den geschichtshappen Newsletter einladen weil dort teile ich auch jede Woche Fotos von meiner Donaureise im Frühling mit dir also immer aufbauend auf die jeweilige Folge im Podcast Du findest da eine Anmeldung unten verlinkt oder Newsletter.
00:02:19: Und damit starten wir rein und fahren von Wiedin aus gut vierhundert Kilometer weiter flussaufwärts, einmal durch das eiserne Tor dorthin wo Sabe und Donau aufeinander treffen.
00:02:40: Ich habe ja ein kompliziertes Verhältnis zu Belgrad.
00:02:44: Das muss ich gleich mal als erstes offen auf den Tisch legen.
00:02:47: Am besten beschreibt es fast mein Tagebucheintrag am Abend des Tages als wir mit dem Kreuzfahrtschiff in Belegrad halt gemacht haben.
00:02:54: Ich habe da den gesamten Tag in der Stadt verbracht.
00:02:58: Erstmal natürlich mit einem Lauf, dann noch eine Einheit im städtischen Calisthenics Park und am Abend habe ich diesen Satz in mein Tagebuch geschrieben – ich zitiere mich selbst!
00:03:09: Es war cool mal wieder in Belgrad zu sein auch wenn ich mich schnell wieder erinnert habe warum ich diese Stadt nicht mag.
00:03:27: Es ist eine Stadt, die dich gefühlt durchgehend anschreit und dir aber doch irgendwie gleichzeitig den Rücken zu dreht.
00:03:34: Verwarlos der Häuserfassaden mit abgeschlagenem Stuck wechseln sich da halt mit so klassischen sozialistischen Betonblocks ab dazwischen immer wieder Baulücken und sogar einfach so stehengelassenen Ruinen von der NATO-Bombardierung.
00:03:50: Ja und wenn man sich die Tristestern mal ein paar Stunden gegeben hat, dann gab es für mich eigentlich jahrelang nur eines zu tun in der Stadt.
00:03:58: Irgendwo eine unheilige Menge an Chewabchichi fressen und sie mit Schliwa-Witzer runterjagen!
00:04:04: Und mit einem oder am besten gleich mehreren eiskalten Yellen.
00:04:08: das ist zumindest eines der deutlich besserem Biere des Balkans.
00:04:12: Das muss man sehr benannt schon lassen.
00:04:15: Kurz zusammengefasst mein Bock mich in Belgrade aufzuhalten, war noch nie sehr groß und das hat sich offensichtlich auch nach vielen Jahren, andererseits in der Jahrzehnte nicht geändert.
00:04:26: Aber... aber es gibt doch eine große Ausnahme!
00:04:31: Einen Ort in dieser Stadt, der anders ist – und sogar mich alten Nörgler- und Zyniker immer wieder mal in seinen Bann ziehen kann… nämlich Kalle Mäckedern.
00:04:42: Das ist die alte Festung Belgrads.
00:04:45: Ganz oben Auf der Spitze der Halbinsel zwischen Savio und Dona, auf der ja die gesamte Belgrader Altstadt liegt.
00:04:51: Da oben auf dem Hügel steht Kallemektan und blickt über den Zusammenfluss der zwei Ströme.
00:04:58: Ja und dort?
00:04:59: Und ich finde eigentlich nur dort kann man diese eigenartige Stadt dann auch verstehen weil was hier für viele Städte auf dieser Welt gilt das gilt glaube ich für Belgrad ganz besonders.
00:05:11: Das ist keine Stadt die zufällig an irgendeinem Fluss liegt.
00:05:14: Es ist eine Stadt, die es wirklich nur gibt weil es da eben diese Flüsse gibt und diesen Felsen direkt am Zusammenfluss.
00:05:23: Und naja wer den felsen hält?
00:05:26: Der hält hier halt die Tür nach Mitteleuropa oder umgekehrt die Tür von Mitteleupa in dem Balkan.
00:05:35: Weil es passiert hier geografisch gesehen schon etwas fremdwichtiges.
00:05:38: bis hierher also jetzt in unserer Fahrtrichtung von Rumänien und Bulgarien auskommend fliesst die Donau ja durch den Balkan.
00:05:46: Aber nach Belgrad, flussaufwärts wird sie sich öffnen in den Norden ziehen – in die panonische Tiefebene!
00:05:53: Und das heißt halt wer Belgrad erobert und Belgrad hält dem liegt Ungarn im Norden ziemlich weit offen bis nach Budapest bis nach Wien und sogar noch weiter.
00:06:06: Ja und davor steht eben dieses Belgrad.
00:06:09: Kein Wunder also, dass hier schon in sehr früher Zeit Befestigungsanlagen entstanden sind.
00:06:15: Schon aus dem dritten Jahrhundert vor Christus sind da die frühesten dieser Bauten bekannt – das sind in jedem Fall keltische Bautn – aber das haben dann natürlich auch die Römer später übernommen und haben das gleich direkt in ihre Verteidigungslinie entlang des Donau-Limes integriert.
00:06:31: Aufgrund dieser Lage und dieser so langen Geschichte als Festung, ist Belgard übrigens zumindest laut manchen Schätzungen auch die am häufigsten zerstörte Stadt Europas.
00:06:42: Und man streitet sich da scheinbar drüber wie oft diese Stadt mehr oder weniger dem Erdboden gleichgemacht wurde.
00:06:48: aber wir reden hier von ich glaube das sind sie fast alle einig zumindest vierzigmal aufwärts.
00:06:54: Na vielleicht ja eine valide Ausrede warum die Stadt so hässlich ist.
00:06:58: Aber Ich höre schon auf Wenn wir jetzt zurück in unsere Geschichte springen, eben da um das Jahr fourteenhundert in die Zeit der osmanischen Expansion nach Europa ja dann war die Lage da dieselbe wie eben auch davor und danach schon.
00:07:14: Wie schon unter den Römern und eigentlich immer!
00:07:17: Belgrad war auch damals der Flaschenhals auf dem Weg der Osmanien in Richtung Norden aber genau umgekehrtelt.
00:07:26: bei den Röhmern davor noch war die Stadt eben stark befestigt um zu verhindern dass jemand vom Süden über die Donau in den Norden kommen kann und nicht umgekehrt.
00:07:35: Belgrad war nämlich die südlichste Festung des Königreichs Ungarn, damals auch noch bekannt unter dem Namen Nandor-Fechierbar.
00:07:44: Übrigens ein Funfact an der Stelle mit Bezug zur letzten Folge.
00:07:47: Fächierbar das heißt auf Ungarisch Weißerburg also wie auch Belgrad.
00:07:52: Weiße Burg heißt und ich glaube es gab sogar einen altmodischen deutschen Namen für Belgrad, der auch irgendwie Weißenburg war.
00:08:00: Was ich aber in der Recherche nicht wusste, ist dass dieses Nandor jetzt vor der ungerischen Bezeichnung fächertbar eine alte Bezeichnung für die Bulgarien ist.
00:08:09: Als nämlich die Ungarn da irgendwann im neunten Jahrhundert aus den tiefen Osten in die Tiefebene gekommen sind... Da war gerade eine Blütezeit des pulgarischen Reichs, da haben wir letzte Woche drüber geredet und Belgrad war halt gerade mal unter pulgarischer Herrschaft.
00:08:25: also hat man da diesen Namen drauf gegeben Und das hat sich ziemlich lange gehalten, auch wenn heute in Ungarn nandorflicher wahr eigentlich nicht mehr verwendet wird.
00:08:35: Nur ein kleiner Exkurs ginge zurück zu den Osmalen und ihren Problemen mit dieser Stadt.
00:08:42: Die standen jetzt ja nach ihren mehreren Siegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts im Bulgarien schon an der Donau.
00:08:48: Aber wie ich letzte Woche schon angeteasert habe einfach so jetzt den Fluss überqueren und in die panonische Tiefebene vordringen.
00:08:56: Das konnten sie halt nicht Nicht so lange sie Bellgrat und jegliche Regimente, die da halt drinnen waren in ihrem Rücken hatten.
00:09:04: Ja und so stockt jetzt der erst noch so unaufhaltbar scheinende Vortritt auf dem Balkan.
00:09:10: Aber gut, die Usmanen haben ja letztendlich auch ganz andere Probleme an ganz anderer Stelle.
00:09:16: vor allem haben Sie ein ziemlich großes Problem namens Timur dieser große wenn auch Ein ziemlich kurzlebiger Oberrauszentralasien, der hat hier im Podcast ja schon mal eine Folge bekommen.
00:09:26: Das ist sage und schreibe sieben Jahre her, wenn ich alles täuscht!
00:09:30: Seitdem streiten sich auch Leute im YouTube-Video dazu ob Timo denn nun ein Türke oder ein Mongole war.
00:09:37: Wie sagt ihr?
00:09:38: Ein asozialer Sumpf!
00:09:40: Auf jeden Fall die Kurzfassung von dieser Folge ist das eben... Es war eine Schlacht bei Ankara.
00:09:54: Ja, und die Osmanen verlieren diese Schlacht!
00:09:56: Und Sultan Bayezid wird von Timo sogar gefangen genommen... ...und würde später in Gefangenschaft sterben.
00:10:02: Die Geschichte des osmanischen Reichs – und damit ja auch die von ganz Südosteuropa, was gerade unter die Kontrolle des Reis gekommen war….
00:10:09: …die hätte jetzt auch eine komplett andere Richtung ernehmen können.
00:10:13: Und es hat ja tatsächlich so ausgesehen?
00:10:15: Es habt jetzt eigentlich so aus gesehen als wäre diese Osmanische Eroberung da….ja kurzfristig gewesen, ein Wimpanschlag der Geschichte als wären die Osmanen geschlagen und Europa eigentlich gerettet.
00:10:29: Ganz so sollte es sich zwar nicht zeigen aber zumindest gibt das jetzt eine Atembause für die verschiedenen Akteure in der Balkanregion und in der Donauregion.
00:10:39: Die Beschäftigung der Osmanen in Anatolien heißt das zum Beispiel Ungarn jetzt ein wenig durchatmen kann.
00:10:46: Es baut dann auch die gesamte südliche Grenze an der Donau und der Sabe weiter aus zu einer Verteidigungszone, verstärkt da die Festungen verlegt.
00:10:54: weitere Soldaten dahin und auch ihre meistens zumindest in der Zeit verbündeten weiter südlich können sich jetzt wiederholen von den Niederlagen gegen die Osmanien in den Jahren davor vor allem Serbien das war ja zwischenzeitlich sogar schon so einen Basallenstart des osmanischen Reichs geworden.
00:11:11: Jetzt können sie aber Dank diesem Chaos um Timur und dieser Ablenkung der Ausmalern, sich doch wieder in eine neue Unabhängigkeit kämpfen.
00:11:19: Sie sind dann eben auch verbündet mit Ungarn und bedeiligen sich da auch an diesem Ausbau der Grenzbefestigungen.
00:11:26: Stefan Lazadevic ist der Sohn des auf dem Amstelfeld gefallenen Fürsten Lazar.
00:11:31: Der bekommt dann fourteenhundertdrei sogar Belgrad vom ungerischen König überlassen und macht es zu seiner neuen Hauptstadt – mit der Aufgabe natürlich Belgrad!
00:11:41: Auftrag der Ungarn zu verteidigen.
00:11:44: Und er baut in dem Rahmen die Festung Kalle-Megdan weiter aus, holt neue Kaufleute in die Stadt und gründet Bibliotheken – es ist wirklich so etwas wie das letzte große Aufleuchten des mittelalterlichen Serbians.
00:11:56: Stefan Lazarevic, guter Mann!
00:11:58: Das kann man über seinen Namensfetter Kirsten ihr leider nicht sagen.
00:12:02: aber auch Stefans Nachfolger Juraj Prankowicz, der muss Belgrad auch schon wieder abtreten an die Ungarn.
00:12:08: Scheinbar waren sie dann doch nicht so ganz zufrieden und baut dann ein paar Kilometer weiter flussabwärts eine neue serbische Hauptstadt namens Smegerevo.
00:12:18: Auch das ist übrigens noch heute eine gewaltige Festung, die man von Wasser aus beobachten kann.
00:12:24: Aber bei all dem gab es eben doch ein Problem Weil alle Schwierigkeiten des Osmanischen Reichs, die jetzt ja diese Atempause irgendwo ermöglicht haben, die Instabilität nach diesem Sieg Timurus und nach dem Tod von Bayer sieht.
00:12:38: Da gab es ja dann einen über zehn Jahre anhaltenden Bruderkrieg in den Resten des Osmanischen Reichs wenn man so will.
00:12:45: Ja das alles endet halt auch wieder.
00:12:48: Timur selbst stirbt auch kurz nach seinem Sieg über die Osmanien seine Koalitionsabrichtern und das Osmanische Reich findet doch wieder eine neue Phase der Stabilität.
00:12:59: Und zu einer Stärke?
00:13:01: die das Reich so noch nie besessen hatte.
00:13:08: Was man auf so einer Reise auch sehr spürt, sind die Vorteile der EU.
00:13:13: Ich bin daher durch sieben Länder gefahren und die meiste Zeit über ist man da eben in der EU.
00:13:19: oft zahlt man mit Euro Und vor allem kann man das Handy nutzen Insbesondere die Daten am Handy Bis man dann die Durchsage am Schiff hört.
00:13:30: Liebe Gäste bitte jetzt unbedingt Roaming ausschalten, wir betreten Serbien.
00:13:36: Und das sollte man auf jeden Fall tun!
00:13:39: Wenn man das einlässt.
00:13:40: ich glaube wenn man Zeit für eine Megabyte irgendwie zehn Euro beim normalen Datenplan aus Österreich oder Deutschland.
00:13:46: kein Internet zu haben in Serben ist auch wieder blöd allein schon für Google Maps und deswegen bin ich froh mir vorher schon was überlegt zu haben und mir Saili runtergeladen zu haben.
00:13:56: Saili is deine App mit der du auf deinem Handy eine virtuelle SIM-Card einrichten kannst.
00:14:02: Das heißt, du gehst in die App rein, machst einen Beeinstellungen, suchst deinen Datenplan für ein Land deiner Wahl aus – wie kosten so ab?
00:14:08: ein paar Euro und für eine Zeitraum der Wahl?
00:14:12: Und sobald Du dann im Land bist, in meinem Beispiel ich in Serbien kann Ich einfach auf diese virtuelle SIM Card switchen das wird in der App auch alles erklärt und ich hab einfach Internet!
00:14:21: Das ist auch schon bezahlt mit diesem Fixpreis, ich muss mir keine Gedanken mehr machen.
00:14:27: Für mich hat das auf dieser Reise in Seattle wunderbar funktioniert.
00:14:30: Deswegen habe ich mir kurzerhand einen Empfehlungscode von Saili geholt.
00:14:33: und wenn du irgendwo im Ausland bist, also nicht EU-Ausland, egal woauf der Welt fasst dann kannst Du Saili auch nutzen.
00:14:42: Du gehst einfach in deinen App Store, suchst nach Saili S A I L E Und wenn du dort deinen ersten Datenplan kauest, dann kannst du den Code Déjà Buie eingeben Einfach alles zusammengeschrieben.deja.vu und sparsst auf eben diesen ersten Datenplan gleich vier Euro, bei mir fällt auch ein bisschen was raus!
00:15:03: Und vor allem du schulest deinem Handyamtbieter danach nicht irgendwie hunderte oder tausende von Euros.
00:15:09: Schau es dir liebend gerne an Seili.
00:15:11: ich bin wirklich Fan.
00:15:13: und jetzt machen wir weiter Werbung.
00:15:16: Ende!
00:15:24: jetzt unter Sultan Murat II.
00:15:26: belagert erneut Belgrad.
00:15:28: Die osmanischen Heere sind in voller Stärke zurück auf den Balkan und, jetzt meines ist wirklich tot.
00:15:34: ernst.
00:15:35: Aber die Bemühungen Ungarns und der Serbischen des Booten davor, die scheinen sich schon ausgezahlt zu haben weil die Festung im Belgrad hält Stand!
00:15:44: Murat scheitert hier im Jahr vierzehnvierzig ja und nach sechs Monaten erfolgreicher Belagerung zieht das Herd dann auch unverrichteter Dinge ab.
00:15:53: Es sollte wirklich nur eine sehr kurze Verschnaufspause sein.
00:15:56: Das zeigen ja auch osmanische Erfolge anderswo ganz deutlich, die sind schon ziemlich, ziemlich erfolgreich unterwegs.
00:16:03: Ich mein wenig später im Jahr fourteen drehen fünftig also, naja, treizehn Jahre drauf.
00:16:08: Die schied nämlich etwas was für Teile des christlichen Europas wie nichts weniger als ein Weltuntergang ausgesehen hat Ein eigenes das so groß ist dass es sogar eines der möglichen Daten für das Ende des Mitleiders gilt.
00:16:20: Nämlich Fehlt XIVIII, XVIII Konstantinobel und mit ihm auch der letzte Rest des Oströmischen Reichs.
00:16:27: Mehmet
00:16:27: II.,
00:16:28: der da erst einundzwanzig Jahre alte Sultan nimmt die Stadt am Bosporus und fasst offensichtlich einen neuen Plan.
00:16:36: Generell für diese strategischen Pläne des Osmanischen Reiches und ihrer Expansion gibt es in der Osmanischen Überlieferung ein schöner Sinnbild.
00:16:45: Es nennt sich Kisil Elma – Der goldene Apfel.
00:16:50: Und dieser goldene Apfel, der ist in der Osmanischen Logik sozusagen der große Preis.
00:16:55: Es ist die eine Stadt oder das eine Reich dessen Eroberung dem Osmanischen Reich seine nächste Stufe der Vollendung bringen würde.
00:17:03: Das ist also der Apfel nachdem man als Sultan immer als nächstes greifen muss.
00:17:08: Weil – das darf man beim Osmanischen Reich nie vergessen – wie auch das Römische Reich zum Beispiel und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als das war ständige Expansion unter Erobergung sowas wie die Resondettre der Osmaner.
00:17:23: Es war ein zentraler Bestandteil dessen, wofür das Reich existierte allein ja schon um den sogenannten Warenglauben Islam zu verbreiten aber natürlich genauso und das durchaus wie in Rom um neue Länder zu erobern und dann auch neue Besitzungen verteilen zu können und einfach mehr Geld und Mittel und so weiter verteilen to können.
00:17:45: es gab somit fast immer irgendeinen goldenen Apfel Und für die längste Zeit war das eben die große Stadt selbst, Konstantinople.
00:17:54: Den Apfel hat Mehmet jetzt gepflückt und so wandert der weiter immer weiter nach Westen zum nächsten großen Ziel – ja und bald heißt er dann einfach Rom!
00:18:04: Also diesmal nicht Rom übertragenes Sinne, berühmelsches Reich Konstantinope sondern wirklich die Stadt Rom.
00:18:12: Da versperrt allerdings Venedig ein wenig den Weg vor allem zu Wasser aber auch zu Land Ja, und der einzige andere Weg um irgendwie in Richtung Rom oder generell Mitteleuropa und dann Südeuropa zu kommen.
00:18:27: Auf dem Weg auf dem Landweg lag eben eine andere Stadt an der man vorbei musste Eine Stadt auf einem Felsen dort wo zwei große Flüsse zusammenfließen Tja!
00:18:39: Und so dauert es nach dem Fall von Konstantinopel auch nur drei Jahre bis Sultan Mehmet wieder nach Norden in Richtung Donaut sieht den Fluss mit Kriegsschiffen absperrt und die Festung Belgrad von ihrer Versorgung abschneidet und belagert.
00:18:55: Er belagerte sie also, er scheitert erneut.
00:19:00: Man muss sagen in der Zeit hat Mehmet es auch mit einem wirklich noch mächtigen ungerischen Königreich zu tun Und vor allem hat dieses Königreich in derzeit ein Ass im Ärmel.
00:19:11: Dieses Ass hört auf den Namen Janoschnunjadi.
00:19:14: Es ist eine Name der in Ungarn oder auch in Sieben Bürgen bis heute legendener Status innehat.
00:19:19: Ja und dieser Hund ja, der schafft es hunderte Flussschiffe zu sammeln also bei Weitem nicht nur Kriegsschiffe sondern wirklich so alles was er irgendwie in die Finger bekommen kann und damit diosmanische Sperre von Belgrad zudurchbrechen.
00:19:33: Die Belagerung wird sowieso vom Fluss aus gesprengt.
00:19:36: Mechmetz selbst wird dann sogar in den Kämpfen verwundert Und das osmanische Herr muss abziehen.
00:19:42: Also wieder lebt Belgrad.
00:19:45: Auf Englisch würde man sagen To fight another day.
00:19:49: Ja, eben!
00:19:50: Dieser Tag war nicht heute und in Europa wird dieser Sieg übrigens gefeiert wie sonst nichts.
00:19:56: Kein Wunder ne?
00:19:57: So kurz nach dem Schock des Verlusts von Konstantin Opel.
00:20:01: da ist ja.
00:20:02: dieser Siege im Belgrad wird zelebriert.
00:20:06: Papst Kallix III ordnet dafür sogar an dass in der gesamten Christenheit mittags die Glocken läuten sollen um diesen Sieg bei Belgrad zu feiern.
00:20:15: Zumindest grob vereinfacht ist auch tatsächlich der Grund, warum bis heute in halb Europa um zwölf Uhr mittags die Glocke läutet.
00:20:22: Aber das Ganze hat halt doch trotz allem einen ziemlich bitteren Preis!
00:20:27: Es wird sich rausstellen dass das wirklich die letzte Blüterzeit ungern sind.
00:20:32: Hunyadi selbst stirbt nur drei Wochen nach dieser Schlag von Belgrad an der Pest, die da im Lager bei Belgrad ausgebrochen ist.
00:20:40: und das Osmanische her, das da abgezogen ist, das ist alles andere als geschlagen und räumt in der Zwischenzeit einfach mal ordentlich im Balkanraum auf.
00:20:49: Smecia Devo fällt ganz kurz darauf, damit auch das letzte serbische Despotat.
00:20:54: noch einmal kurz darauf fehlt auch Bosnien.
00:20:57: etwas später bricht dann auch der letzte Widerstand in Albanien zusammen unter dem legendären Skandabeg.
00:21:04: Und jetzt ist es wirklich offiziell wenn wir so Mitte des fünften Jahrhunderts in die Region schauen.
00:21:09: da ist der gesamte Balkan südlich der Donau Osmanisch und wird es auch bleiben für vierhundert Jahre.
00:21:17: Aber Pilgrat?
00:21:20: Pilgratt hält eben noch!
00:21:21: Die Donau, die bleibt ihrer Rolle als Grenze immer noch treu.
00:21:27: Ja und wie es schon in den Sechsten Sechsundneinzig der Fall war – bevor dann die Osmanen da abgelenkt wurden wenn man so will ist sie halt auch jetzt über sechzig Jahre später wieder die Nordgrenze des Osmanischen Reichs und Sie würde es noch einige Jahrzehnte lang bleiben.
00:21:43: Damit ist die Donau hier bei Belgrad halt auch keine reine Verwaltungsgrenze oder eine politische Grenze zwischen zwei Staaten.
00:21:49: Es ist eine Zivilisationsgrenze, ich meine klar – eine Grenze von Religionen zumindest was die Herrschaft angeht aber auch eine Grenzen zwischen Steuersystemen, Rechtssysteme Schriften Kalendern Baustilen.
00:22:04: alles wird eigentlich so ab jetzt und zunehmend nördlich und zu dieser Grenze unterschiedliche Hand habt.
00:22:12: Aber Gleichzeitig hört halt auch der Austausch nie auf, weil dieselbe Grenze ist halt trotzdem die gesamte Zeit über auch ein Markt.
00:22:22: Falls Vieh, Wachs, Pelze, Getreide gehen da über den Fluss rüber und zurück vor allem Kaufleute aus Dubrovnik handeln.
00:22:32: in beide Richtungen sind auch auf beiden Seiten der Grenze in Ungarn wie im osmanischen Reich willkommen So würde Jonathan Frakes es ausdrücken, manchmal nah beieinander.
00:22:49: Also wirklich nah!
00:22:51: Die Donau zeichne ich zwar gerade als eine Grenze der Zivilisationen aber gleichzeitig war diese Grenze an ihrer engsten Stelle hinten im eisernen Tor ganz ja hundertfünfzig Meter breit.
00:23:02: also ich sage mal wenn du einen Grund hast auf die andere Seite zu kommen Wenn Du die Mittel hast dann wirst du das auch irgendwie hinkriegen.
00:23:14: Wir machen an der Stelle noch mal kurz Pause, halten inne bevor es mit der Geschichte um Belgrad und die Osmanen auch weitergeht.
00:23:22: Ich habe jetzt ja nämlich schon öfter dieses eiserne Tor erwähnt und dazu muss ich jetzt einfach noch ein paar Worte verlieren weil es ist wirklich ein unglaubliches Naturschauspiel und eines der absoluten Highlights einer jeden Donau Schiffreise!
00:23:38: Ich glaube da spreche ich für alle die damit am Board waren.
00:23:41: Es sind hohe Felsen auf beiden Seiten, wirklich enorme Strömungen teilweise.
00:23:46: In der Vergangenheit sogar ganze Strudel und als ich mir das so von Bordos angesehen habe da bin ich wirklich aus dem Staunen kaum noch rausgekommen Und vor allem kam in mir halt auch die Frage auf wie zum Teufel war hier noch nie?
00:24:01: Ich bin jetzt ja wirklich mehr als genug in meinem Leben am Balkan rumgefahren.
00:24:05: Ich war oft in der Gegend zumindest zu ungefähr Ja und auch wenn die Erfahrung von einem Schiff aus sicher noch mal was Besonderes ist, man kommt da halt mit dem Auto hin.
00:24:14: Es führen Straßen die Schluchten entlang auf beiden Seiten.
00:24:18: Also das hätte ich echt schonmal früher machen können Und ich kann auch wirklich allen von euch nur empfehlen das Mal zu tun Wenn auch leider der kulturell spannendste Ort vielleicht im Eisernen Tor heute nicht mehr existiert.
00:24:32: Über den habe ich in Folge ein schon einmal kurz geredet Adakalee.
00:24:36: Das war so eine Osmanische Festungsinsel, ziemlich klein.
00:24:41: Eineinhalb Kilometer lang ungefähr und die war in so einem relativ breiten Stück im eisernen Tor.
00:24:47: Und das Irre an dieser Insel und deswegen ist es so schade dass sie sich nicht mehr gibt Ist das dort nach Abzug der Osmanen Jahrhunderte nach unserer Geschichte Da einfach die Bewohner und Bewohnerinnen geblieben sind.
00:24:59: Das war eine türkisch sprachige muslimische Gemeinde und die haben da mitten in der Donau weiter überlebt.
00:25:05: Samt Moshe Bazaar Und allem, was eben dazugehört bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein wurde immer noch ein paar hundert Menschen waren.
00:25:13: Es war irgendwie ein Stück osmanisches Reich das irgendwie vergessen hat sich aufzulösen und es hat dann erst neunzehnhundertsiebzig centragisches Ende gefunden weil da wird Adakale zum Opfer der Modernisierung wenn man so will.
00:25:28: die sozialistischen angeblichen Bruderstaaten Rumänien und Yugoslavien die arbeiten damals tatsächlich zusammen und bauen gemeinsam ein riesiges Wasserkraftwerk am unteren Ende des Eisenendors.
00:25:40: Und als sie das machen, da steigt der Wasserpegel um über dreißig Meter.
00:25:45: ja und Adakale versinkt in den Fluten.
00:25:49: Die verbleibenden Bewohnerinnen wurden umgesiedelt.
00:25:52: Sie durften sich aussuchen ob sie aufs rumänischer Festland oder in die Türkei gehen wollen.
00:25:56: Viele gingen dann wenn auch ab und zu über Umwege tatsächlich in die türkai und wie ich finde ist das wirklich eine der tragischsten Geschichten, die man so entlang dieses Flusses mitbekommt.
00:26:09: So!
00:26:10: Zum Abschluss dieser Folge müssen wir es halt doch noch mal zurück auf den Calle Mectan.
00:26:16: Weil ich hab's ja schon angeteasert auch der Korken in der Flasche wird nicht ewig halten – auch wenn es noch ein wenig dauert.
00:26:25: Im Jahr fifteen zwanzig stirbt Sultan Selim I und sein Sohn übernimmt die Führung des Osmanischen Reichs Und der sollte der berühmteste und berüchtigste von allen Sultanen werden, Sülemann genannt Der Prächtige.
00:26:42: Und Fifzehn-Einundzwanzig gleich ein Jahr später sieht er gegen Belgrad!
00:26:48: Die ungerische Grenzverteidigung ist zu dem Zeitpunkt – sagen wir es mal vorsichtig – in einem leicht beklagenswerten Zustand?
00:26:57: Der ungerischere König ist fünfzehn Jahre alt die Kassen komplett leer und der Adel-Ungarns komplett zerstritten.
00:27:05: Die Ganeson im Belgrad wartet dann auf einen Satz, und der kommt nicht... Und so fällt die Stadt auf dem Felsen.
00:27:13: dann in diesem Sommer fünftienundzwanzig nach hundertfünfundzwannzig Jahren der Kämpfer gegen die Osmaner.
00:27:20: Ab jetzt liegt zwischen den osmanischen Herren und der ungerischen Tiefebene nichts mehr!
00:27:26: Keine Berge?
00:27:27: Keine relevante Festung?
00:27:29: Kein
00:27:29: Fluss?!
00:27:31: Nur noch ein magerer Rest des ungerischen Herrs.
00:27:35: Hundertfünfundzwanzig Jahre lang hat Belgrad die Sultane aufgehalten, jetzt ist es gefallen und es würde nur fünf weitere Jahre dauern bis es schon zu einem Entscheidungsschlacht um Mitteleuropa kommt.
00:27:48: Ein paar Kilometer weiter die Donau hinauf bei Mohartsch.
00:27:52: Aber darüber reden wir dann nächste Woche wenn du es nicht warten möchtest Die gesamte Serie gibt es schon jetzt, exklusiv im DejaVie-Club zu hören.
00:28:02: Den Link dorthin findest du in der Folgenbeschreibung oder du gehst direkt auf reifgrabuschnik.com slashclub.
00:28:10: Ein besonderer Dank geht auch diese Woche an Johannes Bastian Alfred Susanne und weiter die den Club als Magnaten auf höchster Stufe mitten unterstützen.
00:28:21: Vielen lieben Dank an euch.
00:28:23: Ja und der DejaLog zu dieser Serie findet wie immer als YouTube Livestream statt.
00:28:28: Diesmal am ersten Dezember, um zwanzig Uhr.
00:28:32: notiert er das liebend gern und ich habe jetzt gleich schon mal eine Frage an dich.
00:28:37: Belgrad ist ja in dieser Gegend entlang der Donau schon ein Sonderfall.
00:28:42: Es ist der wohl wichtigste oder mit Sicherheit wichtigster Flaschenhals zwischen Konstantinopel und Wien.
00:28:49: Auf der Welt gibt es solche Flaschenhälser aber natürlich immer wieder.
00:28:55: Welche anderen so strategisch bedeutenden Orte fallen wir denn spontan ein und mit welchen Geschichten, welchen Kriegen, welche Eroberungen sind die dann verbunden?
00:29:06: Schreib mir da gerne eine E-Mail an hallo.reifgrabuschnik.com.
00:29:11: Ich lese wirklich jede Mail, melde mich auch bei dir garantiert zurück und nehme hoffentlich ganz ganz vieles mit in den Dialog im Dezember.
00:29:19: Und damit danke dir fürs Zuhören bis hierher und fürs dranbleiben bis zum Schluss dieser Folge.
00:29:25: Wir hören uns dann hoffentlich nächste Woche wieder in Episode Vier aus Mohac und damit in unserem nächsten Dschadeu.
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