Vidin und das Ende des bulgarischen Mittelalters
Shownotes
Vidin im Nordwesten Bulgariens. Dort steht eine Festung am Ufer der Donau, daneben eine Stadt, die kaum jemand kennt, und einst das letzte Stück eines Reiches, das halb Südosteuropa beherrschte. Das Zweite Bulgarische Reich riss sich von Byzanz los, stieg zur Großmacht auf und zerlegte sich schließlich selbst. Und dann: Dann kam die osmanische Eroberung Bulgariens.
Folge 2 von „Die Narbe Europas" erzählt die Geschichte, wie der Donauraum zur Grenze wurde. Und der Balkan zu einem Kulturraum, der sich bis heute anders anfühlt als Mitteleuropa.
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Quellen
- Nick Thorpe: Die Donau. Eine Reise gegen den Strom
- Peter F. Sugar: Southeastern Europe under Ottoman Rule, 1354-1804
- Claudio Magris: Donau. Biografie eines Flusses
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Transkript anzeigen
00:00:01: Mein Name ist Ralf, ich bin Historiker und in dieser Geschichte gehen wir gemeinsam an die Wurzeln unserer Welt auf das wir sie mit neuen Augen sehen.
00:00:10: Und damit willkommen zurück bei Die Narbe Europas!
00:00:38: In dieser Serie fahren wir gemeinsam die Donau hinauf von Rumänien bis in meine Heimat Krems und wir versuchen dabei die Geschichte Europas mal ausnahmsweise nicht in Grenzen zu denken nicht den nationalen Grenzen zu denken, sondern entlang eines Flusses.
00:00:56: Und in der letzten Folge sind wir im rumänischen Nirgendwo in Fetest gestartet – ganz unten da kurz vor dem Anfang des Donaudeltas.
00:01:07: Dabei habe ich einen ersten Überblick über die Bedeutung der Donau für Europa gegeben.
00:01:12: Es war ziemlich viel los in der Folge!
00:01:14: Ich hoffe….
00:01:14: es war trotzdem halbwegs klar... ich wollte einfach zum Thema der heutigen Folge kommen und ich wollte ins Mittelalter kommen Und da habe ich daher in der ersten Folge einfach mal alles abgefrühstückt, was davor so passiert ist.
00:01:26: Du weißt schon diese paar tausend Jahre davor!
00:01:30: In der Folge haben wir erfahren dass dieser Fluss als einer der wenigen auf der Welt seine Kilometer von der Mündung auszählt das auch Europa selbst vom Osten her besiedelt wurde und dass die Donau den Menschen dabei quasi eine Spur gelegt hat.
00:01:44: Damit erklärt sie auch unsere Reißrichtung ein bisschen.
00:01:47: Ja und als wir dann in die europäische Antike gekommen sind, die klassische Antique, dann hat sich die Donau auch erst mal ihr anderes Gesicht gezeigt.
00:01:56: Unter römischer Herrschaft wurde sie ja zur Grenze zu einem Teil des Limes.
00:02:02: Damit stand letzte Woche dann auch schon die Frage im Raum, die uns ja die gesamte Serie über geradezu verfolgen wird?
00:02:10: Was ist es denn jetzt?
00:02:12: Verbindet ein Fluss nun oder trennt er.
00:02:15: Dem werden wir heute wieder ein bisschen näher auf den Zahn fühlen, wenn es eben in Richtung Mittelalter und nach Bulgarien geht!
00:02:23: Wenn du erst aber die letzte Folge noch nicht gehört haben solltest – dann würde ich dir empfehlen hol das doch noch nach?
00:02:29: Es wird das alles ein wenig einordnen und leichter
00:02:32: machen?!
00:02:32: Ja und wenn du auch keine der kommenden Folgen verpassen willst, dann abonniere doch bitte diese Show in dieser App wo du sie gerade hörst.
00:02:39: Du hilfst mir damit übrigens mehr weiter als du vielleicht glaubst.
00:02:42: also vielen lieben Dank.
00:02:44: Ja und dann, nicht zuletzt jetzt hätte ich es fast vergessen.
00:02:47: Ich teile aktuell auch jede Woche Fotos meiner Donaureise von diesem Frühling über die ich ja immer wieder auch rede in dieser Serie.
00:02:54: Und zwar teile ich da immer die Fotos dir natürlich gerade zu jeweiligen Folgepassen also von den jeweiligem Orten und das tu' ich in meinem wöchentlichen Newsletter Geschichtsappen.
00:03:03: Die Anmeldung ist natürlich kostenlos und du findest unten einen Link oder du gehst direkt auf ralfgrabuschnik.com.
00:03:10: slash newsletter So!
00:03:12: Dann geht's aber los.
00:03:14: Ich setze jetzt mal meine Kapitänsmützer auf und bitte alle an Bord.
00:03:17: Äh ... Moment, nee, nicht meine Kapitänsmützer!
00:03:22: Meine Admiral-Smütze, ich bin ja immerhin der Admiral Vier.
00:03:25: Sorry... Es geht für uns heute jedenfalls gut, fünfhundert Kilometer die schöne Donau hinauf von Fetest in ein anderes verschlafenes Städtchen in Bulgarien mit einer umso größeren Vergangenheit.
00:03:59: Es ist ein verregender Sonntagnachmittag im April und ich laufe durch Wiedin Du hörst es vielleicht schon an meinem Atem da im Hintergrund, ich meine jetzt wirklich laufen.
00:04:09: Also in österreichischen Sinne nicht diesem komischen Deutschen.
00:04:12: also Laufschuhe an und raus du weißt ja.
00:04:16: Laufen wir eben rennen und ich finde das sowieso eine recht praktische Sache hier.
00:04:21: aber noch umso mehr weil wir haben nur knapp drei Stunden Zeit bevor der Schiff auch schon wieder ablegt Wobei, wie gesagt ich finde das sowieso eine der schönsten Arten eine neue Stadt zu entdecken.
00:04:32: Weil so laufend da kann man in kurzer Zeit ja deutlich mehr sehen als sonst und ich finde da bekommt man auch ein etwas anderes Gefühl für den Flair eines Ortes ganz zu schweigen davon wie schön es auch einfach ist so nach du kannst dir vielleicht vorstellen einer ganzen Nacht einen ganzen Tage auf dem Schiff endlich mal ein bisschen die Beine vertreten zu können.
00:04:52: dann stellt sich die Frage wenn man so ich glaube es waren knapp vierzig Minuten insgesamt durch Wiedeln läuft.
00:04:58: Was habe ich denn da gesehen?
00:05:03: Ja, also man zugegeben ziemlich gähnende Lehre.
00:05:07: Also eigentlich teilweise wirklich wunderschöne wenn auch leider ziemlich übel vor sich hinbrückelnde Gründerzeithäuser ja und auch ziemlich leergefägte Innenstadt und allgemein ganz ganz wenige Menschen auf der Straße.
00:05:21: klar es war halt auch ein bisschen verregnet und es war ein Sonntag aber ist halt nicht nur das.
00:05:28: Wiedin, das habe ich später erst rausgefunden hat in den achtziger Jahren mal sechzigtausend Einwohnerinnen und heute sind es noch vierzig oder nicht einmal ganz vierzig.
00:05:38: Und naja so ein Einbruch von dreiunddreißig Prozent das sieht man!
00:05:43: Insofern ist das auch ein recht passender Einstieg in dieses so spannende Land Bulgarien weil dieses Problem mit dem Bevölkerungsschrumpfen das betrifft ja nicht nur Wiedinn Bulgarien ist jetzt seit Jahren das am schnellsten schrumpfende Land der Welt.
00:05:59: Da es schon richtig gehört, nicht Europas – der Welt!
00:06:03: Von ehemals mal, also am Ende des Kalten Krieges.
00:06:06: neun Millionen Menschen, das sind nur so quasi gleich viele wie heute in Österreich oder der Schweiz, sind es heute noch sechseinhalb.
00:06:13: Das ist ungefähr so viel wie in Hessen.
00:06:16: Seit Ende des Kommunismus haben wir als einen Rückgang von fünfundzwanzig Prozent in diesem Land.
00:06:22: Und der Grund dafür ist eigentlich so eine Kombination.
00:06:24: Es ist einerseits, was du jetzt sicher auch gerade gedacht hast, einfach massive Abwanderung – es ist aber auch eine extrem niedrige Geburtenquote und entsprechend gehen U-Entschätzungen auch aktuell davon aus.
00:06:36: Das ist bis Mitte des Jahrhunderts nochmal nur noch mal ca.
00:06:51: Nennen wir es eine Verbesserung.
00:06:53: Ja und wenn du dieses Drama jetzt eben nicht einfach nur als Statistik lesen willst, sondern es wirklich vorhat sehen willst ja dann empfehle ich dir eben keine Reise nach Sofia, sondern eher vielleicht an einen Ort wie Wiedin.
00:07:06: Die Stadt liegt im äußersten nordwestlichen Eck Bulgariens nahe der Grenzen zu Rumänien und Serbien so dieses drei Länderick Und hat das damit einfach nochmal härter als der Rest des Landes.
00:07:17: Etwas, was ja Grenzregionen ziemlich oft aussehen hat übrigens diese Strukturschwäche.
00:07:22: Darüber habe ich auch mit Unterwegs zwischen Grenzen sogar mal ein ganzes Buch geschrieben und Achtungsschleichwerbung sicher bestellbar in jeder Buchhandlung.
00:07:29: Und ja all das kann man eben auch im Video sehen.
00:07:32: aber eine Sache über die Stadt hab' ich dir vorhin doch noch vorenthalten.
00:07:35: Ich habe auf meinem Lauf nämlich auch noch etwas anderes entdeckt als nur Lehre und Verfall Nämlich eine monumentale Festung Am nördlichen Rand der Altstadt.
00:07:45: da direkt an der Donau liegt Baba wieder.
00:07:48: Das ist eben eine Festung mit zwei Ringmauern, ich glaube vier Türmen ein inzwischen Trockener aber doch massiver Burggraben und so drohnt die Festung da direkt über dem Fluss.
00:07:58: Und spätestens da beginnt man doch auch zu merken dass Wiedin mal etwas sehr anderes war als diese kleine und immer kleiner werdende Kleinstadt von heute.
00:08:09: Wiedinn war einmal das Zentrum von etwas, von dem ich vor dieser Reise überhaupt keine Ahnung hatte, nämlich vom letzten freien Bulgarischen Staat.
00:08:22: Ja und damit nähern wir uns heute wirklich mit gewaltigen Schritten dem harten historischen Kern dieser Serie über den ich ja dann aus verschiedenen Blickwinkeln reden will, nämlich die Osmanischen Eroberungen in der frühen Neuzeit.
00:08:35: Die haben ja nicht zuletzt auch diesen letzten bulgarischen Staat in Wiedin dann irgendwann in die Knie gezwungen.
00:08:42: um jetzt aber zu verstehen was vulgarischer Staat in dem Kontext überhaupt heißt, müssen wir noch mal einen kleinen Schritt zurückmachen.
00:08:49: Wir sind in der letzten Folge ja in Rumänien bei den Römern stehen geblieben – die haben die Donaujahr zu ihrer Grenze gemacht!
00:08:56: Aber was kam denn nach den Römern?
00:08:59: Naja da kommt es in der Donaeregion zudem wovor sich die Kaiser Rom's so lange gefürchtet haben nämlich die barbaren Stürmen herein und im Jahr sagen zumindest bizandinische Quellen, über Querta unter anderem eben auch ein Reitervolk aus der Steppe diesen Fluss Donau das angeführt wird von einem gewissen Karn Asparuch.
00:09:22: Und falls du schon in deinem Kopf durchgehst welches Reiterfolg das wohl gewesen sein mag?
00:09:27: Waren es dir wahren?
00:09:29: oder doch die Hunnen?
00:09:31: Nein!
00:09:31: Es waren tatsächlich die Bulganen oder wie man sie heute öfter nennt.
00:09:36: um da die Verwirrung zu vermeiden die Protopulgan.
00:09:39: Das war nämlich ein ursprünglich zentral asiatisches Reitervolk, das davor irgendwo nördlich des Schwarzen Meers ansässig war und dann eben Richtung Süden gewandert ist.
00:09:49: Nach ihrer Überquerung der Donau schlagen sie hier in der Gegend irgendwo kurzerhand ein römisches Herr – das aber inzwischen im Westen als byzantinisch bezeichnet wurde – ja und erzielen auch gleich eine vertragliche Einigung.
00:10:02: D.h.,
00:10:03: Sie können dann hier bleiben!
00:10:05: Und byzanz akzeptiert es halt irgendwie... Ja und dieses Proto in ihrem Namen, das würden diese Bulgarien ohnehin ziemlich schnell verlieren.
00:10:14: Weil die ja wie bei all diesen Reitervölkern ziemlich kleine Elite, die da eben vorhat war, die verschmilzt jetzt innerhalb weniger Generationen mit der slavischen Bevölkerung um sie herum – dir übrigens auch erst gerade davor in die Region gekommen waren, Völkerwanderungen so… Irgendwas mit Abaren.
00:10:31: aber auf jeden Fall übernehmen die neuen Herrscher jetzt eben dieser Sprache ihrer neuen Untertanen!
00:10:36: Ja und was sie auch machen, ist sie übernehmen kurz darauf das Christentum.
00:10:40: Nach bütantinischem Rhetus.
00:10:43: Das ist jetzt eine riesen Sache die ganz Südosteuropa noch ziemlich lange beschäftigen würde!
00:10:49: Weil was hier passiert ist, ist dass nun ja ein christlicher slabischer Staat entsteht.
00:10:55: Und dieser Staat wobei man sagen muss ganz besonders die Kirchen und die Klöster in diesem Staat Die würden in den nächsten Jahren einen riesigen Anteil an der weiteren Verbreitung des Christentums in slavischen Gebieten in ganz Europa haben.
00:11:08: Nicht zuletzt kommt auch die kürliche Schrift aus genau diesem Gebiet, wobei das aber für heute ein bisschen zu weit gehen würde.
00:11:16: In diesen frischen Stadt-Bulgarien folgen dann in den nächsten Jahrhunderten also so nach sieben Hundert so irgendwann in der Zeit halt eine Menge Hoch und Tiefs wie für so ziemlich alle Fürstendümer in der Region.
00:11:28: Unter Zazimion dem Großen – das war es so um neunhundert – ist eine neue Blütefaser Der steht da schon vor den Toren Konstantinopis, aber hundert Jahre später kommt dann doch wieder die Riturkutsche.
00:11:39: Da kommt der byzontinische Kaiser Basileos II und macht das Bulgarische Reich gleich wieder platt.
00:11:45: Er hat dafür sogar einen ziemlich charmanten Beinnahmen bekommen.
00:11:48: Basileios wird auch genannt Bulgarentöter ja und dann trotzdem elfvundachtzig also nochmal gut zweieinhalb Jahre später Kommt eine Wiederoverstehung!
00:11:57: Es gibt ein zweites bulgarisches reich mit der Hauptstadt in Ternowo und das wird erneut zur dominanten Macht in der Region und ich glaube nur mit dem Blick auf Bulgarien jetzt.
00:12:10: Jetzt haben wir eigentlich vom Frühmittelalter bis ins Hochmittelalter uns das aus bulgarischen Augen, wenn man so wie angeschaut.
00:12:15: aber da kriegt man schon wieder ein Bild dafür wie es damals generell so ausgesehen hat in der region im Donauraum und vor allem südlich davon.
00:12:23: Es ist halt damals das was man auch heute noch so landläufig mit den Balkan irgendwie verbindet Ein ficken Teppich an Kleinstaaten mit immer mal wieder wechselnden Machtverhältnissen.
00:12:34: eben wie gesagt, ja ist das Bulgarisches Reich dann doch wieder bezahnens dazwischen wir werden das dann zweites buggarisches reich und so weiter.
00:12:41: wenn du dieses trotzdem sehr einfache Balkanbild aber mal ein bisschen genau hinterfragen willst was du meiner Meinung nach solltest dann hör unbedingt in meine serie vom letzten jahr mal rein dass pulver fassbalkan da machen wir das in deutlich mehr tiefe.
00:12:55: aber gut bleiben wir jetzt für heute trotz der mal bei diesem bild von flickentäppig einfach um da das ja das bild auch irgendwo komplett zu zeichnen.
00:13:03: Wie sah es damals sonst aus?
00:13:05: Auf dem Balkan beziehungsweise um die Donau herum, also nördlich und südlich.
00:13:09: Wir haben da eben einerseits dieses Bulgaree.
00:13:12: das dominiert meistens den Osten der Balkan-Halbinsel wenn nicht gerade mal wieder die Römer bzw.
00:13:18: Bezanz da irgendwie reinfunken.
00:13:20: Serbien liegt dann westlich angrenzend und wird unter Stefan Duschan auch mal für eine kurze Zeit zum mächtigsten Staat in der Region dann auch mal wieder kleiner also überall die gleiche Story eigentlich.
00:13:33: Dann haben wir eben Bezanz, das habe ich ja schon genannt.
00:13:35: Das ist dann irgendwann aber eigentlich nur noch Konstantin Opel als Stadt und so ein paar Reste drumherum.
00:13:40: Und im Norden haben wir vor allem Ungarn Und Ungarn ist bei Weitem der mächtigste Staat, der da im Nordern an den Balkan angrenzt.
00:13:48: Da zählt seit... Ich glaube es muss Anfang des zwölften Junderts gewesen sein Dann auch Kroatien dazu.
00:13:54: Also das war wirklich ein ganz großer Block im Nord.
00:13:58: Ja, und daneben gab es halt noch einige weitere unabhängige oder teilunabhängigen oder meist so meist so Fürstentümer.
00:14:05: Zum Beispiel in Bosnien, in der Wallachie – das ist Südromänien heutiges – Albanien aber auch dazu verschiedene venezianische Hafenstädter also... Es ist wirklich ein Haufen!
00:14:17: Und natürlich wie es halt so ist viele der Fürsten in diesen Ländern in verschiedenen Zeiten sind sich gegenseitig spinnefeind Aber doch würden sie bald gezwungen sein, sich zusammenzuraffen wie es halt immer der Fall ist wenn ein größerer mächtigerer gemeinsamer Feind auf der Bildfläche erscheint.
00:14:40: Was man auf so einer Reise auch sehr spürt sind die Vorteile der EU.
00:14:45: Ich bin daher durch sieben Länder gefahren und die meiste Zeit über ist man da eben in der EU.
00:14:51: oft zahlt man mit Euro Man kann das Handy nutzen, insbesondere die Daten am Handy.
00:14:59: Bis man dann die Durchsage am Schiff hört, liebe Gäste bitte jetzt unbedingt Roaming ausscheiden!
00:15:06: Wir betreten Serbien und das sollte man auf jeden Fall tun.
00:15:11: wenn man das einlässt.
00:15:12: ich glaube man Zeit für eine Megabyte irgendwie zehn Euro.
00:15:15: beim normalen Datenplan aus Österreich oder Deutschland.
00:15:18: kein Internet zu haben in Serben ist auch wieder blöd allein schon für Google Maps Und deswegen bin ich froh, mir vorher schon was überlegt zu haben und mir Saili runtergeladen zu haben.
00:15:28: Saili ist eine App mit der du auf deinem Handy eine virtuelle SIM-Card einrichten kannst.
00:15:34: Das heißt, du gehst in die App rein, machst einen Beeinstellungen, such deinen Datenplan für ein Land deiner Wahl aus – die kosten so ab ein paar Euro – und für eine Zeitraum deiner Wahl!
00:15:44: Sobald du dann im Land bist, in meinem Beispiel Ich in Serbien kann ich einfach auf diese virtuelle Simcard switchen.
00:15:49: das wird in der App auch alles erklärt Einfach Internet.
00:15:53: Das ist auch schon bezahlt mit diesem Fixpreis, ich muss mir keine Gedanken mehr machen!
00:15:59: Für mich hat das auf dieser Reise in Seattle wunderbar funktioniert.
00:16:02: Deswegen habe ich mir kurzerhand einen Empfehlungscode von Saili geholt und wenn du irgendwo im Ausland bist also nicht EU-Ausland egal wo auf der Welt fasst dann kannst du Saili auch nutzen.
00:16:14: Du gehst einfach in deinen App Store, suchst nach Saili S A I L E Und wenn du dort deinen ersten Datenplan dann kaufst, kannst du den Code Déjà-Bus eingeben.
00:16:25: Einfach alles zusammengeschrieben DEJAVU und sparscht auf eben diesen ersten Daten-Plan gleich vier Euro – bei mir fällt auch ein bisschen was raus!
00:16:34: Und vor allem, du schuldest deinem Handyamtbieter danach nicht irgendwie hunderte oder tausende von Euros.
00:16:41: Schaust dir liebend gerne an, Seele.
00:16:43: ich bin wirklich Fan.
00:16:44: und jetzt machen wir weiter.
00:16:51: Auch das jetzt folgende kennst du schon, wenn du das Pulverfassbalkan gehört hast.
00:16:55: Im Jahr thirteen fifty-fünfzig ändert sich etwas wirklich Gigantisches in der ganzen Region bzw erstmal der Balkanalbinsel selbst wenn Menschen in der Zeit es vielleicht noch nicht so gesehen haben.
00:17:07: In dem Jahr überquert ein Osmanisches Heer die Dalonellen und landet damit in Europa.
00:17:14: Was mir beim Recherchieren und Vorbereiten von Das Pulver Fass Balkan letztes Jahr aber noch gar nicht klar war ist wie untypisch das eigentlich war.
00:17:21: Weil dieses Mahnen, die kamen zwar aus dem Osten aber nicht auf dem sonst üblichen Weg auch in der Zeit.
00:17:28: Weil bisher hat er irgendwie dieser Highway nach Europa immer über die Steppe und dann um den Norden des Schwarzen Meers geführt.
00:17:36: Die gerade ja schon genannten Bulgaren kamen von da – die Erwahren vor ihnen, die Hunnen später die Ungarn….
00:17:42: Das war die klassische Route!
00:17:43: Und diese sind dann irgendwann eben an der letzten Autobahnabfahrt heruntergekommen?
00:17:48: Und das war die Dorrutscher eben da die Gegend umfetest an der Donau.
00:17:55: Die Osmanen daten das nicht, sie treten im vierzehnten Jahrhundert also an den Balkan gegen die Laufrichtung der bisherigen Geschichte zu erobern.
00:18:02: und das heißt sie ziehen nicht entlang der Dona in Richtung Westen sondern versuchen vom Süden aus an dem Fluss heranzukommen.
00:18:10: Also wortwörtlich weil auch im Mittelalter erfüllt die Donau ihre Grenzfunktion aus zumindest römischen Zeiten ja immer noch Eine ziemlich natürliche Südgrenze Ungarns.
00:18:22: Das wird jetzt zu einem klaren Ziel der Osmanen, weil klar wenn sie die Donau mal erreichen dann könnten Sie alles für das südlich deutlich leichter gegen Ungarn in Zukunft auch verteidigen und nach und nach in Ihr Reich integrieren.
00:18:37: Wie schnell die osmanischen Heere diese Barriere aber erreichen würden?
00:18:41: Ja das war für alle in Europa damals trotzdem ein ziemlicher Schock.
00:18:45: Die Osmanen schlagen im vierzehnten Jahrhundert ja gleich mehrere christliche Heere Erst ganz bedeutend, thirteen seventy-one an der Maritza.
00:18:53: Das ist im Heute pulgarisch-kriegischen Grenzraum und dann treizeinundunddachtzig weniger wichtig aber deutlich berühmter auf dem Amstelfeld in Kosovo.
00:19:03: Ja und kurz darauf dann, treizeintreiundneunzig fehlt dann auch Törnowo die pulgarische Hauptstadt.
00:19:09: Aber Teilepulgariens bleiben unter unterschiedlicher Lokalaufführung trotzdem noch unabhängig unter anderem eben wie die Und das kann seine Unabhängigkeit gegenüber der hohen Forte, wie der Sultanshof dann genannt wurde auch in den Folgejahren noch bewahren.
00:19:24: Auch wenn es schon immer knapper wurde und man auch Tribut zahlen musste usw.
00:19:30: Kurz darauf sucht Ungarn jetzt eine wirklich große Versammlung von christlichen Mächten aus ganz Europa.
00:19:35: dann doch noch einmal dem Befreiungsschlag.
00:19:38: Es ist da im Jahr Dreizehn Sechsundneunzig.
00:19:40: da ruft Königssiegesmund von Ungarn nämlich zum Kreuzzug auf bzw.
00:19:45: tut er Papst das aber Siegismund versammelt die Leute.
00:19:48: Und diesmal kommen sie halt wirklich!
00:19:50: Wir haben französische Ritter, Burgunder, Deutsche dazu, Ungarn und Wallachen so aus der Region... Es ist wirklich die letzte große Kreuzzugsammee in der Zeit und die zieht jetzt von Ungarn aus die Donau hinunter an Wiedin vorbei wo der damalige Zahr Srazimir ihnen auch die Stadttore öffnet bis nach Nikropolis.
00:20:11: Das ist so nicht ganz hundert Kilometer flussabwärts von da, wo ich an diesem Tag im Mai meine Laufrunde gedreht hab.
00:20:18: Ja und dort?
00:20:19: Im September, Dreizehn Sechsundneinzig machen französische Ritter das, wofür Französische ritter im vierzehnten Jahrhundert leider einigermaßen berühmt waren.
00:20:28: Sie reiten los ohne auf irgendwem zu warten weil sie mussten als erste reiten.
00:20:34: Und ja... Das wartende und ziemlich gut darauf vorbereitete Osmanische her und dass Ultan Bayer sieht hat sie einfach zerlegt.
00:20:42: Ja und damit scheitert er dann auch der letzte große Versuch, die Osmane noch aus Europa zurückzurengen.
00:20:48: Das war jetzt wirklich nur die kürzeste Kurzfassung.
00:20:51: aber zu diesem Disaster, teilweise auch ziemlich lustigem Disaster das du dich noch auf eine Bonusfolge am Ende dieser Serie freuen.
00:20:58: es wird ziemlich absurd und da werden Leute zu hören sein, die du jetzt vielleicht schon erwartet hast.
00:21:03: also wenn du länger bei dir schon wieder dabei bist ich verrate mal nicht zu viel jedenfalls ja Furchtbares Massaker, dieser Kreuzzug wird nisch.
00:21:13: und ja was passiert dann?
00:21:16: Auch Wiedin wird in Folge dieser Schlacht wie auch das restliche Bulgarien ein Teil des Osmanischen Reichs.
00:21:23: Und es ist jetzt wirklich das Ende Bulgariens!
00:21:27: Für unsere Geschichte aber eigentlich noch wichtiger.
00:21:29: damit stehen die Osmanen eben an der Donau.
00:21:32: von Wiedinn bis runter zur Mündung ins Schwarze Meer ist der große Grenzfluss jetzt auch ein osmanisches Gebiet.
00:21:40: er bildet eben die Nordgrenze dieses Reiches.
00:21:42: Es ist also wirklich genau die Linie, die ja auch schon die Römer gezogen hatten.
00:21:46: und jetzt haben die Osmanen tausend Jahre später das Gleiche eigentlich wiederholt.
00:21:51: Man könnte fast meinen Die Geographie hätte da ein Mitspracherecht.
00:21:57: Naja Wie gesagt überraschen kann das alles ja kaum weil was für eine natürliche Grenze die Donau in der Gegend wirklich ist.
00:22:04: Das habe ich auch im Jahr zwanzig noch in Wieding gesehen.
00:22:08: es ist wirklich schwer zu übersehen Als du mich da vorher vor Baba wieder gehört hast, da habe ich auf der anderen Flussseite auf die Industriestadt Kalafati geschaut.
00:22:17: Die liegt heute in Rumänien und ein paar Kilometer da auf dem Flusswetter rauf gibt es auch eine Brücke, die eben Wiedin- und Kalafatis verbindet.
00:22:26: Soweit so ungewöhnlich würde man sich denken bis man die Donau hinter Wieding kennenlernt!
00:22:33: Weil Brücken zwischen Bulgarien und Rumänian sind wirklich alles andere als gewöhnlich?
00:22:37: Habe ich auch schon gesagt.
00:22:39: Die Donau ist hier offensichtlich einfach so breit und ausladend, dass ein Brückenbau einfach nicht möglich ist oder sich zumindest wirtschaftlich überhaupt nicht lohnt.
00:22:48: Also kommt die nächste Brücke dann erst in Russen.
00:22:51: Das ist über dreihundert Kilometer weit weg Und das sind auch schon die einzigen zwei Brücken auf der gesamten Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien Zwei Brücken Auf der Gesamtflussgrenze.
00:23:04: also nimm's mir nicht übel aber sogar Cremes hat Zwei Brücken über die Donau.
00:23:10: Also man sieht, dieser Fluss wird an seinem Unterlauf wirklich zu einer deutlich monumentaleren und schwerer überwindbaren Grenze als das vielleicht weiter bei uns hier im Norden und Westen der Fall zu sein scheint.
00:23:23: Und diese so schwer überwindbare Grenze wird aus Osmanischer Reich um fourteenhundert jetzt also genommen.
00:23:30: aber – und damit sind wir dann eigentlich schon bei nächster Woche – die Sache hat doch einen ziemlich großen Haken!
00:23:37: Weil die Osmanen, die standen jetzt zwar in der Donau.
00:23:40: Aber doch passiert die nächsten sechzig Jahre lang fast nichts!
00:23:44: Und der Grund dafür?
00:23:46: Noch etwas weiter die Donau hinauf auf der anderen Seite des Eisernen Dors, dort wo Savi und Dona zusammen fließen – da steht blöderweise für die Osmanien noch eine andere Barriere.
00:23:57: Eine weiße Stadt auf einem Pfälsen, die den Sultan im Weg nach Panonien verweigert.
00:24:03: Und nur um deutlich zu machen wie sehr das der Fall ist….
00:24:06: Es hat jetzt gut vierzeig Jahre gedauert.
00:24:08: Zwischen der Überquerungen der Radarnellen, Duchess Mahnen und ihrer Kontrolle des gesamten Balkanraums bis darauf zur Donau.
00:24:16: Vierzig Jahre!
00:24:18: Diese eine Stadt an der Donau würde Ihnen jetzt hundert fünfundzwanzig weitere kosten.
00:24:24: Aber davon erzähle ich dir dann nächste Woche mehr.
00:24:28: oder wenn du es nicht warten willst kannst du das natürlich auch gleich hören weil ja was für ein Glück alle Mitglieder können die gesamte Serie, die Narbe Europas schon jetzt hören.
00:24:39: Und wenn du das auch möchtest kannst du dich gerne anmelden.
00:24:42: da findest einen Link in der Folgenbeschreibung oder auf reifgrabuschnik.com.
00:24:46: slash Club.
00:24:49: Ich möchte auch diese Woche wieder ganz besonders Johannes Bastian Alfred Susanne und Walter Ranken die eben diesen Club auf der höchsten Stufe als Magnaten mit unterstützen.
00:25:00: Ganz ganz lieben Dank euch.
00:25:02: ihr macht alles hier möglich.
00:25:04: ich glaube ihr wisst es Ja.
00:25:05: und dann noch eine Info für alle.
00:25:07: Der Deshalog folgt wie immer am Ende dieser Serie als Livestream auf YouTube, markiert ihr da gerne schon mal den ersten Dezember um zwanzig Uhr und ich freue mich wirklich über alle, die es live an dem Abend schaffen.
00:25:19: Es ist für mich immer ein Highlight einer jedenes Serie.
00:25:23: Dafür möchte ich dich auch jetzt schon um deine Gedanken bitten.
00:25:27: Ich habe dir nur zwei Brücken zwischen Rumänien und Bulgarien erwähnt Und als Resultat kommt es mir ja auch so vor Zumindest das Außenstehende, als gäbe es wirklich auffallend wenig Kontakt zwischen den Menschen auf beiden Seiten.
00:25:40: Rumänen und Bulgarien fühlen sich für mich trotz ihrer sehr vielen Gemeinsamkeiten oberflächlich zumindest wie zwei sehr unterschiedliche und ziemlich abgetrennte Länder an.
00:25:50: Was glaubst du?
00:25:52: Was muss denn passieren dass Länder wie diese aber ich würde sagen generell Länder in der EU oder ganz allgemein enger zusammenwachsen können?
00:26:00: ist es nur Brücken oder was braucht es?
00:26:03: Ich glaube, da haben wir in ganz Europa noch Handlungsbedarf und ich freue mich da auf deine Ideen.
00:26:08: Schreib mir einfach eine Mail an hallo at ralfgrabuschnik.com Und ich nehme da hoffentlich ganz viel mit in den Dialog!
00:26:18: Ja und damit für heute danke fürs Zuhören.
00:26:21: Wir hören uns hoffentlich nächste Woche dann schon wieder Auf der anderen Seite des sich knappe Hinterwidern schon öffnenden eisernen Tours und damit in unserem nächsten Dschadet.
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