Die Berliner Mauer. Ein Stadtspaziergang
Shownotes
Die Berliner Mauer ist fast vier Jahrzehnte nach ihrem Fall so gut wie komplett aus dem Berliner Stadtbild verschwunden – aber eben nur so gut wie!
In diesem Stadtspaziergang machen wir uns auf die Suche nach den letzten Resten der Mauer. Von bekannten Orten wie der Bernauer Straße und der East Side Gallery hin zu deutlich versteckteren Überresten: dem Parlament der Bäume und der Gedenkstätte Günter Litfin. Das Ergebnis ist ein etwas anderer Blick auf die Geschichte Berlins, seiner Teilung und wie man diese auch Jahrzehnte nach dem Mauerfall noch erleben kann.
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Links zur Episode
- Stiftung Berliner Mauer
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Die Deja-vu Jingle basiert auf einen Song meiner ehemaligen Band ERNST
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Transkript anzeigen
00:00:00: Mein Name ist Reif, das ist Dschabü Geschichte.
00:00:04: Und heute nehme ich dich mit an die Berliner Mauer oder an das was von ihr noch übrig ist und vor allem will ich auch eine Frage beantworten warum überhaupt noch etwas von ihr übrig ist.
00:00:40: Herzlich willkommen bei einem neuen Stadtspaziergang von Dschaby Geschichte!
00:00:45: Mein Name is Reif Deine reisende Historiker und in dieser Show begeben wir uns gemeinsam vor Ort tief in die Geschichte unserer Welt ja und mehr noch die Geschichte unserer direkten Umgebung, auf das wir sie hoffentlich mit neuen Augen sehen können.
00:01:00: Ja und heute hörst du mich von der berühmtesten Mauer der Geschichte!
00:01:05: Oder?
00:01:06: Naja jetzt wenn ich das so ausspreche sagen wir mal... Wenn nicht die chinesische Mauer und Klage-Mauer und so großzügig mal ausklammere dann stehen wir vor der Berühmtesten Mauer in der Welt nämlich vor der Berlinermauer oder eben besser gesagt vor dem was noch von ihr übrig ist.
00:01:36: Du kannst diesen Spaziergang wie üblich auch anhand von Fotos mitverfolgen, die ich immer wieder machen werde.
00:01:52: Dann siehst du auch welche Orte der Mauer wir hier gemeinsam besuchen und du findest die Fotos unter einer Übersichtskarte wo wir uns denn hier bewegen.
00:02:00: auf meiner Website das ist ralfkrabbuschnick.com.
00:02:04: slash berlin minus Fotos oder du siehst es natürlich auch direkt in der Folgendeschreibung.
00:02:12: Drittens ist diese Folge in Zusammenarbeit mit der Stiftung Berliner Mauer entstanden, die die zentralen Erinnerungsorte an Detailung dieser Stadt hier betreut und bewahrt.
00:02:21: Unter anderem auch die vier Orte, die wir heute besuchen werden!
00:02:25: Die Stiftungen hat dabei aber wie üblich keinen Einfluss auf den Inhalt dieser Folge genommen – wenn du jetzt mehr für deinen beidigen Besuch in Berlin und an den Orten der Mauer herausfinden willst, dann findest du alle wichtigen Infos auf ihrer Website.
00:02:37: Das ist stiftung-berliner-mauer.
00:02:42: Aber natürlich auch noch mal in der Beschreibung.
00:02:45: Und jetzt gehen wir aber auch rein!
00:02:54: Weißt du, ich bin im Oktober, und das ist also ziemlich genau ein Jahr vor dem Fall der Berliner Mauer und das heißt logischerweise dass ich Berlin halt nie als geteilte Stadt kennengelernt habe.
00:03:08: Ich hab' nie eine Mauer hier gesehen und ich hab überhaupt nie eine mauer gesehen die eine stadt einfach so in zwei Hälften geschnitten hätte.
00:03:16: Es war ja überhaupt erst im Jahr zehntzehn oder elf, glaube ich, dass ich das erste Mal in Berlin war und da war die Mauer halt schon über zwanzig Jahre weg.
00:03:26: Ja und das soll halt heißen Ich konnte und kann mir ehrlich gesagt immer noch diese Stadt Berlin als geteilte Stadt mit einer bestehenden Mauer beim besten Willen nicht vorstellen.
00:03:37: Und genau das ist irgendwo auch das Problem Weil die Berliner Mauer, dieses Monster aus Beton, Stacheldraht, Todesstreifen – du kennst es!
00:03:46: Dass der achtundzwanzig Jahre lang Millionen Menschen eingesperrt hat.
00:03:49: Das ist halt nach neunundundachtzig fast vollständig aus dem Berliner Stadtbild verschwunden und ja in eigentlich weniger als einem Jahr war da so gut wie nichts mehr von ihr übrig.
00:04:00: Soweit auch verständlich.
00:04:02: Der Mauerfall ist ja doch zu Recht einer der absoluten Höhepunkte der deutschen Geschichte.
00:04:07: Ja, und für die Menschen damals war das natürlich auch eine gewisse Euphorie.
00:04:11: Aber gleichzeitig tut es mir als Historiker halt auch weh wenn so prägende historische Orte der Zeitgeschichte wie eben die Berliner Mauer einfach so verschwinden weil ich halt doch irgendwie glaube wenn etwas aus unserem Alltag also in dem Fall unser Stadtbild verschwindet dann verschwindete es auch zu einem gewissen Teil unserer Wahrnehmung.
00:04:32: Und das ist auch der Grund warum ich heute hier bin um eben die orte zu suchen an denen die Mauer doch noch gesehen werden kann, an dem wir die Mauern noch sehen können.
00:04:40: Weil es gibt sie noch und das übrigens auch nur weil es auch in den Jahren direkt nach nineteenundundachtzig Menschen gegeben hat, die für den Erhalt und für das Erinnern hier gekämpft haben.
00:04:52: Heute besuchen wir dafür eben vier Orte in dieser Stadt und den Start machen wir wo ich gerade stehe nämlich an der Bernauer Straße.
00:05:01: Und dass erster aus dir hier auffällt?
00:05:03: Ich denke auch wenn ihr das hier hört ist irgendwie seltsam still für eigentlich eine große Straße mitten in Berlin.
00:05:10: Ja und das hat auch einen Grund weil hier mitten, zwischen Mitte und Wedding sind.
00:05:15: wir glaube ich, wenn ich mich als Nicht-Berliner mal oder?
00:05:19: Ich glaube das ist so!
00:05:21: Für diese Gegend hier ist es ziemlich wenig bebaut, weil hier auf über einem Kilometer Länge erstreckt sich heute die Gedenkstätte Berliner Mauer und das ist der zentrale Erinnerungsort an Detailung dieser Stadt.
00:05:33: Und auch der einzige Ort in Berlin, an dem man die gesamte tiefen Struktur der Grenzanlagen noch so richtig sehen und nachvollziehen kann.
00:05:40: Und naja... Hier war eben die Mauer- und der Streifen und jetzt zum Glück die Gedingstätte.
00:05:46: Daher haben wir dieses sehr ruhige Zappel drückende aber doch auch irgendwie Kleinot mitten in Berlin.
00:05:53: Aber fangen wir jetzt doch mal vorne an, das ist ja immerhin noch ein Geschichts-Podcast.
00:05:59: Ich weiß den Kontext, den kennst du wahrscheinlich ne?
00:06:03: Kalter Krieg geteilt ins Deutschland nochmal geteillt aus Berlin Ja und seit Ende der vierziger haben wir dann zwei deutsche Staaten in Formler BRD unter DDR Naja, und im Laufe der nächsten Jahre so in den Fünfzigern, da tut sich für die DDR ganz besonders ein ziemliches Problem auf.
00:06:21: Nämlich blutet dieser junge sozialistische Staat aus Und das Ausmaß dieses Ausbluten muss man sich wirklich mal vorstellen.
00:06:29: Allein zwischen... ...Nunzehneunundvierzig also Gründung der DDR und Ninzehnundsechzig Bau der Mauer fliehen an die drei Millionen DDR-Bürger in dem Westen.
00:06:39: Also ist nicht nur in Berlin aber insgesamt.
00:06:43: Drei Millionen in einem Staat, der bei seiner Gründung keine zwanzig Millionen Einwohnerinnen hatte.
00:06:49: Also die Führung des Staates, die Föhrung der SED und weiter Urlbricht, die musste handeln!
00:06:54: Und heute also zumindest wenn du diese Folge gleich bei Erscheinen hörst, vor fast genau fünfzehntzig Jahren – in der Nacht vom Zwölften auf den dreizehnten August neunzehn-sechzig da rücken dann Grenzpolizisten und Kampfgruppen der DDR aus und regeln die Sektorengrenze zwischen West- und Ostberlin ab.
00:07:12: Das machen sie erst, professorisch mit Stacheldraht dann kommen Hohlblocksteine.
00:07:17: ja so wird innerhalb weniger Stunden in dieser Nacht Berlin in zwei Hälften geschnitten.
00:07:23: gerade hier an der Bernauer Straße wird diese Situation auch ziemlich schnell ziemlich dramatisch Weil unter all den Orten der Trennung, und da gibt es ja doch einige so in Berlin-Mitte und generell in der Stadt Berlin ist das hier ein ziemlich ungewöhnlicher Ort weil die Grenze verlief hier direkt an der Häuserfront entlang.
00:07:42: Die Häuser auf der einen Seite der Straße gehörten zu Ostberlin aber schon die Bürgersteige davor also nicht nur die Straße sondern auch schon der Bürgersteig war Westen Das heißt auch die Haustüren führten da logischerweise direkt aus einer Wohnung in Ostberlin Westberliner Seite raus.
00:07:58: Und das war jetzt nicht unbedingt im Sinne der DDR-Führung und so werden die Türen und die Fenster zur Straße hier zugemauert, und schnell konnten die Bewohnerinnen hier dann nur noch über ihre Hinterhöfe in die Wohnungen gelangen und wurden dann mit der Zeit auch zwangsausgesiedelt.
00:08:15: Gleichzeitig gingen natürlich nicht alle freiwillig – das kann man wahrscheinlich nicht ganz erwarten!
00:08:20: Und schon in den ersten Tagen nach dem Mauerbau da im August, gibt es berühmte Bilder von Leuten, die hier aus den Fenstern der Gebäude der oberen Stockwerke springen, die noch nicht zugemauert waren und unten auf der Straße von West-Berliner Feuerwehrleuten mit Sprungdüchern aufgefangen wurden.
00:08:38: Also wirklich Google mal Fotos davon!
00:08:40: Das ist wirklich einigermaßen beeindruckend, wobei man aber auch tragischerweise feststellen muss dass dabei schon das erste Todesopfer an der Berliner Mauer auch ihren Tod fand nämlich Ida Siegmann.
00:08:52: Die sprang hier am Zierundzwanzigsten August, den Mauerbaus und damit ja nur neun Tage nach Beginn des Mauerpauses.
00:08:58: Aus ihrer Wohnung an der Bernhauer Straße, das war im dritten Stock, wartete aber nicht auf die Feuerwehr und starb dann an ihren Verletzungen.
00:09:07: Und sie würde auch nicht die Einzige bleiben weil insgesamt starben im Lauf der nächsten knapp drei Jahrzehnte dass die Mauer hier stand also in Berlin gesamt zumindest hundertvierzig Menschen an dieser Mauer was viele bei dem Gedanken daran aber nicht wissen ist, dass die Mauer, die wir da meistens dann vor Augen haben, wenn wir uns das alles vorstellen und ich hab's jetzt schon ein bisschen beschrieben.
00:09:29: Das war ja erst nur Stacheldrahten
00:09:30: usw.,
00:09:32: aber wir denken oft an die Mau mit diesen weißen Betonsegmenten so ziemlich glatt oben abgerundet.
00:09:39: Das waren natürlich noch nicht die MAU in dieser ersten Generation und es war auch noch nicht der MAU der nachfolgenden Generationen in den Sechzigerjahren sondern wir denken am meisten an eine deutlich spätere MAU die erst in den siebziger Jahren gefolgt ist.
00:09:53: Wir haben da vorher, wie gesagt noch ziemlich improvisierte Bauwerke diese Hohlblocksteine, die so aufeinander gestapelt werden oben drauf dann irgendwann Stacheldraht oder auch einfach mal Glassplitter.
00:10:03: also wirklich auch ziemlich inhumane Dinger da, weil der einzige Sinn von sowas ist ja Leuten weh zu tun nicht zivil abzuhalten.
00:10:13: das ganze war am Anfang vielleicht zwei Meter hoch war nicht von Anfang an so, wie man sich es unbedingt heute vorstellt.
00:10:21: Aber mit der Zeit beginnt die DDR dann eben doch damit ihre Grenzanlagen hier in Berlin zu... naja nennen wir das mal professionalisieren.
00:10:30: Es wurden dann nach und nach so standardisierte Betrunssegmente hergestellt für die Mauer.
00:10:35: Sie wurde da mit höher sie wurde auch stabiler aber vor allem wird die Mau tiefer Und damit meine ich jetzt nicht die Mower selbst sondern ja das Gesamtgebiet der Mauer.
00:10:45: Es wurde einfach breiter.
00:10:47: Und ja, das ist halt das was man im Westen dann sehr schnell auch als Todesstreifen kennen würde.
00:10:53: Das heute mehr oder weniger bekannte Aussehen der Mauer dass du vielleicht jetzt auch vor Augen hattest, das kam dann in den fünfunds- und siebzig oder begann so langsam auszurollen nennt sich auch so.
00:11:04: Der Begriff war oder die Bezeichnung.
00:11:06: Die Typbezeichnung War Grenzmauer.
00:11:08: Fünfund Siebzig und das waren am Ende so dreieinhalb Meter hoch Klatte Mauern mit dieser runden Rohrauflage oben drauf, um da keinen Platz zum Greifen zu bieten.
00:11:17: Und dazu Zick-Wachtdürme, Hunde-Laufanlagen, Panzersperren, Signalzäune Lichttrassen das man auch wirklich alles ausleuchten konnte.
00:11:26: Dann noch eine zweite innere Mauer in Richtung Ostberliner Gebiet.
00:11:30: Das alles zusammen ist eben diese tiefen Struktur der Berliner Mauer.
00:11:34: und ja die bekommt man heute in ihrer Gesamtheit eben nur noch an einem Ort im Berlin zu sehen und das ist hier in der Bernauer Straße Und ich habe auch versucht das in einem Foto halbwegs zu zeigen.
00:11:47: Kannst du ja mal schauen, aber hier lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, falls du nicht ohnehin schonmal hier warst.
00:11:54: Diese tiefen Struktur wie gesagt ist einzigartig in ganz Berlin und generell ist so eine langer Streifen der Mauer, wie er hier steht eben über den Kilometer lang etwas was man in Berlin nur noch sehr selten überhaupt zur Gesicht bekommen kann weil Überall sonst ist die Mauer ja quasi weg.
00:12:13: Quasi, aber eben auch nicht ganz!
00:12:16: Ja und dafür steige ich jetzt gleich mal aufs Fahrrad und wir durchqueren einmal in den Stadt und fahren rüber nach Friedrichshain zu dem tatsächlich längsten Teil der Berliner Mauer, der noch steht sogar noch ein wenig länger als hier und wahrscheinlich auch dem berühmtesten Teil der Berlinlinermauer nämlich der Eastside Gallery.
00:12:56: Eines Komma drei Kilometer Mauer direkt an der Spree zwischen Ostbahnhof und Oberbarnbrücke.
00:13:02: Wir stehen damit vor dem längsten noch erhaltenen Teilstück der Berliner Mauer, über hundert Gemälde zieren hier die Mauer mit wie die Rubels.
00:13:10: sogenannte Bruderkuss zwischen Brechnev und Honecker ist vielleicht eines der meist fotografierten Bilder in ganz Berlin.
00:13:18: Ist auf jeden Fall so ein richtiger Insta-Hotspot.
00:13:20: ich bin da vorhin schon vorbei gelaufen und ganz ehrlich da ist auch jetzt am Vormittag schon einiges los.
00:13:27: Aber die Geschichte dahinter ist dann doch komplizierter als die meisten Touristinnen es ahnen, wenn sie hierher kommen um ihre Insta-Fotos zu catchen und zu snatchen.
00:13:38: Ich weiß gar nicht wie man das nennt.
00:13:39: ich bin glaube ich zu alt weil dass es diese E-Site Gallery überhaupt noch gibt is ja auch alles andere als selbstverständlich.
00:13:47: Springen wir dafür aber jetzt in unserer Geschichte gleich um einiges vor nämlich zum Ende der Berliner Mauer.
00:13:54: Und natürlich kennst du auch die Story Am neunten November, da gibt das DDR-Politbüromitglied Günter Schabowski eine legendäre Pressekonferenz und danach strömen Menschen zu den Grenzübergängern.
00:14:08: Wobei man natürlich schon auch sehen muss die Mauer und ja die DDR selbst die starben nicht an einem einzigen Abend oder in einem einziger Jahr sondern sie starben über viele Jahre hinweg auch wenn man es davor vielleicht nicht wirklich absehen konnte.
00:14:24: Und der Anfang von diesem Ende, der beginnt weit weg vom Berlin.
00:14:27: Nämlich in Moskau!
00:14:29: Da wird ja Michael Gorbatschow, Ninzehnfünfundachtzig-Generalssekretär der KPDSU also der kommunistischen Partei und bringt da zwei Worte mit die ziemlich viel verändern werden nämlich Glasnost und Berdes Träuker, grob übersetzt... Ja kann man, kann man unterschiedlich übersetzen Offenheit und Umbau vielleicht auch Transparenz und Umgestaltung wie du magst Und wie auch immer man das jetzt übersetzen will, für die DDR-Führung war das ein Problem.
00:14:59: Gorbatschow meint es ja offensichtlich ernst und die STD unter Erich Honecker in der Zeit – Die Willheit von Öffnung und Änderungen wirklich gar nix wissen!
00:15:08: Aber der Druck gewächst halt doch nicht nur aus Moskau sondern eben vor allem auch von unten.
00:15:16: Mitte den Neunundundachtzig beginnt Ungarn seinen Grenzzaun zu Österreich abzubauen.
00:15:21: Ein erstes größeres Loch im eisernen Vorhang tut sich auf und tausende DDR-Bürgerinnen nutzen es dann auch.
00:15:27: Sie fliehen über Ungarn weiter in die BRD, später dann auch über die bundesdeutsche Botschaft in Prag.
00:15:34: Gleichzeitig formiert sich auch in der DDR der Widerstand.
00:15:37: In Leipzig gehen ab September n.a.
00:15:40: jeden Montag Tausende Menschen auf die Straßen.
00:15:43: Am neunten Oktober des Jahres sind's dann schon siebzigtausend Menschen.
00:15:48: Darüber haben wir übrigens auch schon mal geredet hier im Podcast, im Stadtspaziergang aus Leipzig.
00:15:52: Hör dir den lieben gerne noch einmal an wenn du mit dieser Episode fertig bist und das ist dann jedenfalls der Moment in dem die DDR-Führung die Kontrolle verliert.
00:16:02: Am achtzenden Oktober wird Honnecker erstmals aus den eigenen Reihen gestürzt Egon Grenz übernimmt und versucht zu retten was ganz offensichtlich nicht mehr zu rettern war.
00:16:11: ja und drei Wochen später am neunten November eben dieser Presseauftritt von Günter Schabowski.
00:16:18: Er verkündet dabei erst mal eine neue Reiseregelung für DDR-Bögerinnen.
00:16:22: Und auf die Frage ab wann die ihnen nun gelten soll, da blättert er verwirrten seinen Zetteln und sagt dann den berühmten Halbsatz das Dritt.
00:16:30: nach meiner Kenntnis ist das sofort unverzüglich ein wirkliches rhetorisches Chiniedermann.
00:16:38: ja und noch am selben Abend stürmen dann tausende OstberlinerInnen eben zu den Grenzübergängern.
00:16:43: Die Posten dort sind überfordert haben offensichtlich auch keine klaren Befehle und vielerorts werden die Schlagbäume dann einfach geöffnet.
00:16:51: Die Mauer ist also offen!
00:16:54: In den Tagen danach nimmt es dann doch langsam strukturierte Reformen an, ja der Prozess in Richtung Wiedervereinigung beginnt auch wenn das noch nicht so wirklich abgemachte Sache war aber vom Blick aus heute zumindest.
00:17:07: Nur was passiert denn jetzt in so einer Situation mit einem Bauwerk wie der Berliner Mauer?
00:17:12: Wenn die jetzt plötzlich keinen Zweck mehr hat... naja Da kann man schon mal sagen, der Konsens in Berlin der Zeit war ja schon ziemlich eindeutig.
00:17:21: Die Mauer muss halt weg!
00:17:23: Sofort unverzüglich.
00:17:25: und so kam es dann auch.
00:17:27: Das begann mit den sogenannten Mauerspechten also einzelne Menschen die damit Hammer und Meißel daran gingen ein Stück aus der Mauer zu schlagen entweder als Souvenir oder als Symbol oder auch zum Verkaufen.
00:17:39: Irgendwann steht dann die DDR-Regierung selbst in das Geschäft ein und hat Maussegmente da ins Ausland abtransportiert und verkauft.
00:17:45: Übrigens für Millionen, das war wohl einerseits auch der Symbolwert ja und andererseits gab es aber auch Kunstwerke auf der westdeutschen Seite, die offensichtlich einiges an Wert hatten.
00:17:56: Ja und dann im Juni, bin dann ganz offiziell der Abriss.
00:18:02: Das Ergebnis ist, dass über ein halbes Jahr nach Mauerfall die Mauer schon fast komplett aus der Stadt Berlin verschwunden ist.
00:18:12: Im Laufe der Neunziger folgen dann auch neue Projekte – Überbauung, Wohnhäuserbürokomplexe.
00:18:19: Sie alle treten nach und nach an die Stelle der Mauer und machten ihre Geschichte damit auch nach und immer unsichtbarer.
00:18:27: Aber hier am Easter Gallery lief es eben doch anders!
00:18:31: Schon im Frühjahr, kommt hier nämlich eine Gruppe von Künstlern aus aller Welt zusammen und bemalt die Ostseite dieser Mauer erstmals.
00:18:39: Wird dann eben als Eastside Gallery eröffnet.
00:18:42: das ist im September, und war damals so nannte man es Die längste Open Air Galerie der Welt.
00:18:50: Ja und dann begann eigentlich erst so richtig der Kampf weil du kannst dir vorstellen so ein Stück Land am Spreeufer mitten in Berlin.
00:18:58: Das war schon damals und zunehmend ziemlich heiß begehrt.
00:19:02: Verschiedenes der Immobilienprojekte drängen sich ja überall in Berlin, nach und nach in diesen neunziger Jahren an die Mauer heran.
00:19:09: Und für den Bau von Luxuswohnungen und Hotels und solchen Orten werden am verschiedenen Stellen in Berlin halt Mausegmenten immer wieder versetzt oder eben weiter abgerissen.
00:19:18: Ganz ähnlich sollte es auch an der Eastside Gallery ablaufen.
00:19:22: Vor allem weil die Stadt ohnehin keine allzu große Freude mit den Entwicklungen entlang der Gallery hatte.
00:19:27: Da gab es ja in den Neunzigern überhaupt mal eine Zeit, als hier so ne Hippi-Wagenburg entstanden ist.
00:19:33: Nicht ganz im Sinne der Stationale hat sie mir mal an.
00:19:35: Ja die mussten uns irgendwann weichen aber die Issaat Gallery selbst konnte eben doch bleiben und das ist nicht zuletzt auch aufgrund des anhaltenden Engagements aus der Kunstszene so Aber ein Kampf bleibt bis heute.
00:19:50: Die Israel Gallery ist holt, zwar als denkmal geschützt.
00:19:53: Aber mit ihrem zunehmenden Verfall kämpft die Stiftung Berliner Mauer, die sich jetzt seit Jahrzehntausend achtzehn auch um die Gallery sorgt ständig.
00:20:01: Schon ab Jahrzehtausend Acht musste die Mauer erstmals so richtig saniert werden.
00:20:05: Es hat sogar dazu geführt dass die Künstlerinnen von damals zwanzig Jahre später noch mal kommen mussten und ihre Werke da neu zu gestalten.
00:20:13: Manche daten das manche weigerten sich auch andere veränderten ihre Bilder Und ein einziges Bild, das tatsächlich noch unserniert erhalten.
00:20:21: Da habe ich auch ein Foto gemacht und so siehst du da wirklich den krassen Verfall im Vergleich zum Bild gleich nebenan.
00:20:29: Aber auch das hat natürlich das Problem mit dem Verfall hier.
00:20:31: Du kannst dir vorstellen ist halt Beton Untergrund dann voll in Witterungen ausgesetzt.
00:20:38: Vandalismus Sprayer und so weiter gibt es ja auch immer wieder.
00:20:42: Das heißt der Kampf um den Erhalt dieser Mauer und der Kunst drauf Der ist noch lange draußen nicht ausgestanden.
00:20:48: Ja, ich hoffe das wird irgendwie auch möglich bleiben.
00:20:52: Es ist schon ein besonderer Ort wenn auch nicht gerade ein Unbekannter aber das ändern wir jetzt mal weil wir fahren es gleich weiter und zwar die Spree entlang rauf in Richtung Regierungsviertel Und da zu einem Ort der Mauer den im Gegensatz zur Gallery wirklich kaum jemand kennt.
00:21:08: Ich bin gespannt was du sagst.
00:21:21: Wir sind hier angekommen fast direkt am Ufer des Sprees quasi gegenüber oder fast direkt gegenüber vom Reichstag.
00:21:29: Ja und hier zwischen all den, inzwischen ja sehr modernen Glasfassaden des Regierungsviertels da liegt ein ziemlich unbekannter kleiner Garten.
00:21:38: Auf den ersten Blick sieht es auch nicht wirklich nach einem Gedenkort aus.
00:21:42: Ein bisschen unstrukturiert Bäume und Sträucher alles ein bisschen wild.
00:21:46: ich hoffe man sieht das auch auf den Fotos ganz gut.
00:21:49: Aber dann ist da eben, wenn man ein bisschen genauer schaut, doch etwas.
00:21:52: Nämlich auf der Linken wird es von mir aus gesehen eine ganze Reihe der Berliner Mauer die hier noch etwas so rumsteht, bemalt und sonst künstlerisch auch bearbeitet.
00:22:03: Das hier nennt sich das Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt Und ist das Werk eines Mannes nämlich eines gewissen Ben Vagin.
00:22:12: Der war schon zu ein richtiges Original in Westberliner Zeiten Ein Naturaktivist, Aktionskünstler, sondern richtig störischer Künstler eben wie man sich's vorstellt.
00:22:22: Er pflanzte immer schon gerne Bäume oder hat das zumindest schon lange gemacht.
00:22:26: Vor allem Ginkos waren so sein Standard und dafür war er auch irgendwie bekannt.
00:22:32: Hat die Überreimer gepflanzt?
00:22:34: Ja nach dem Fall der Mauer besetzt eher mehr oder weniger spontan hier dieses Stück ehemaligen Todesstreifen direkt gegenüber des Parlaments.
00:22:43: Und ja, er tut hier dann eigentlich auch dasselbe.
00:22:46: Er pflanzt Bäume, er schafft dieses Parlament der Bäume als so eine Mischung aus Natur und Kultur-Kunstort... ...und ich denke es spricht für seinen doch merkwürdig großen Einfluss in der Zeit!
00:23:01: Dass er für dieses Projekt am neunten November, also am ersten Jahrestag des Mauerfalls die Man muss sagen, ziemlich frischen, sechzehn Ministerpräsidenten der gerade vereinigten Bundesrepublik hierher bekommt und sie alle einen Baum pflanzen lässt.
00:23:15: Also jeweils einen, sehzehn Bäume.
00:23:18: Aber was folgt ist halt auch hier wieder eine ziemlich ähnliche Geschichte wie an der E-Site Gallery.
00:23:23: Weil ironischerweise ist irgendwann das tatsächliche Parlament gewachsen mit dem Umzug zur Regierung von Bonn nach Berlin.
00:23:30: Ja und das ging irgendwann auf Kosten des Parlaments Der Bäume hier.
00:23:35: Es wird ein neuer Teil des Bundestages gebaut Das ist das heutige Marie-Elisabeth Lüdershaus.
00:23:40: Und dafür wird eben auch diese, wie jetzt gesehen wurde, Brachfläche im ehemaligen Grenzstreifen mitverwendet.
00:23:48: Das Parlament der Bäume musste also ein wenig verkleinert werden.
00:23:52: Aber Ben Wagen und einige seiner Unterstützerinnen, die gaben da nicht nach, blieben vehement haben sich immer wieder an die Politik gewendet und waren sehr aktiv und haben damit auch ermöglicht, dass das Parlament halt doch irgendwie bestehen bleibt.
00:24:07: Ja und damit haben wir bis heute hier eben einen sehr einzigartigen erhaltenen Ort der Berliner Mauer mit einem auch ganz eigenwilligen Charme und komplett abseits der großen Besucherströme und der Selfie-Hotspots von denen wir vorhin schon gehört haben.
00:24:25: Es ist ein sehr schöner Ort auf einer Art aber es ist auch ein nachdenklich machender Weil.
00:24:31: ein Steinplatten hier vor der Mauer, können wir eben auch Namen lesen.
00:24:35: Und zwar die Namen der Maueropfer.
00:24:39: Ja und einer dieser Leute, einer dieser Opfer, der hier namentlich verewigt wurde und vor diesem Platte ich gerade stehe... Der hatte einen Bruder, der etwas ziemlich ungewöhnliches und vielleicht vergleichbares mit Ben Wagen gemacht hat!
00:24:54: Und zu seinem Werk fahren wir jetzt.
00:25:06: Es ging für uns noch ein Stück weiter einen Arm der Spree hier hinab und jetzt stehen wir vor einem Turm mitten in einem Wohngebiet.
00:25:16: Es schaut komisch aus, irgendwie misplatziert.
00:25:20: so ein Wohnblock ist eigentlich quasi komplett drum herum und dann steht da dieser eckige graue und ziemlich hässliche Turm.
00:25:29: aber es ist eben nicht nur ein eckiger grauer hässlicher Turm es ist auch eine ziemlich untypische Gedenkstätte die an die Geschichte und die Tragik der Paulina Mauer erinnert.
00:25:39: Nämlich handelt es sich hier um einen Führungsturm, der DDR-Grenztruppen von damals.
00:25:46: Aber vor allem ist das hier ein Ort, der die Geschichte eines einzelnen Mannes erzählt – nämlich von Günther Litvinn.
00:25:54: Dieser Günther Littvinn war im Jahresmauerbau aus den Vierundzwanzig Jahren alt und ein junger Schneider aus Ostberlin, der aber als sogenannte Grenzgänger im Westen der Stadt gealtet hat.
00:26:05: Dann kam aber der Dreizehnte August Die Mauer wurde errichtet und er fand sich eingesperrt.
00:26:12: Etwas über eine Woche später, am vierundzwanzigsten August einundsechzig versucht Litvin dann die Flucht über den Humboldthafen rüber nach Westberlin Und er wurde im Wasser von Grenzdruppen erschossen.
00:26:26: Damit ist Günter Litvin das erste Erschossene Man könnte sagen ammordete Todesopfer der Berliner Mauer Und ihr zweites Opfer insgesamt Nach der schon genannten Ida Siegmann die an der Bernauer Straße nur zwei Tage davor ihren Tod gefunden hat.
00:26:40: Ja und hier vor diesem merkwürdigen Turm, da wird diese Geschichte um Günter Litvin dann aber plötzlich persönlich... weil dieser Gedenkstätte, dieser Wachturm wurde nicht irgendwie vom Staat eingerichtet oder von einer Stadt Berlin oder auch nicht von der Stiftung Berliner Mauer sondern dieser Gedingstätte ist das Werk von Jürgen Litvin.
00:26:58: Das ist Günters Bruder.
00:27:01: Er hat den Turm hier Jahre nach dem Mauerfall irgendwie noch gefunden und dann gesichert eigentlich irgendwie vergleichbar auch mit Ben Wagen und hat dann auch Jahre damit zugebracht, Besuchern persönlich hier die Geschichte seines Bruders zu erzählen.
00:27:15: Da haben wir natürlich auch eine Geschichte der Mauer und der Grenze ganz allgemein.
00:27:19: Der wirklich lange gemachten hat da eben ja mit seinem eigenen Herzblut und nach seinen Vorstellungen diese Ausstellung und dieser Gedenkstätte hier gebaut Und das ist für mich dann auch irgendwo der größte Aha-Moment dieses ganzen Spaziergangs heute entlang der noch bestehenden Orte, der Berliner Mauer oder zumindest dieser Vier davon.
00:27:41: Es würde sie alle nicht geben!
00:27:43: Hätte es nicht Leute wie Jürgen Litvin gegeben die sich ganz offensiv für diesen Erhalt eingesetzt haben.
00:27:48: und mit Jürg Littvin hört er's ja nicht auf.
00:27:50: Wir haben schon von Ben Wagin und seinem Parlament der Bäume gehört und natürlich auch von den Künstlern und Künstlerinnen an der Eastside Gallery Oder aber auch – und ihn habe ich noch grad nicht erwähnt zum Beispiel dem Pastor der Versöhnungsgemeinde, einer Manfred Fischer.
00:28:04: Der an der Berneuer Straße erst möglich gemacht hat, dass das Land dort nicht komplett neu zugebaut und damit unsichtbar gemacht wird.
00:28:13: Nur wegen der Arbeit und des Engagements dieser Menschen haben wir diese Orte noch Diese Orte die eine Erinnerung lebendig halten.
00:28:20: Ich meine klar, die Stimmung nach nünzehnundachtzig ist schon mehr als verständlich.
00:28:26: Die Mauer musste weg ja und das tat sie auch innerhalb weniger Monate Fast vollständig.
00:28:32: Aber gleichzeitig und so gut das auch ist auf ganz, ganz vielen Ebenen... ...ist vergessen und nach vorne gehen halt auch immer eine gewisse Form des Verlusts.
00:28:44: Für mich jedenfalls wäre es eine ziemlich tragische Sache gewesen!
00:28:47: Ich bin in den Achtundachtzig geboren ich habe die Mauer nie gesehen und hätten wir diese besonderen Orte heute nicht mehr dann hätte ich auch nie die Chance dazu gehabt mich dem auch nur anzunähern.
00:28:57: Und naja auf Irgendeine merkwürdige Art ist das irgendwo auch persönlich für mich, weil genau dasselbe ist ja auch der Grund warum ich jetzt seit acht Jahren mein Leben diesen Podcast hier widme.
00:29:08: Weil Geschichte eben nicht von alleine einfach so bleibt.
00:29:11: Jemand muss sie eben auch erzählen!
00:29:14: Ja und daher danke ich dir, dass du heute bis zum Ende hier mit dabei warst und ich hoffe ich konnte dich virtuell da ein wenig mitnehmen an dieser Orte der Berliner Mauer.
00:29:24: Ich habe es im Bezug auf Leipzig vorhin übrigens ja auch schon kurz erwähnt, dieser Spaziergang ist wenn du neu hier sein solltest nicht der erste hier im Podcast.
00:29:33: Inzwischen gibt es wie gesagt den Podcast erst seit acht Jahren und damit auch über zwanzig Stück dieser Stadtspaziergang Specials und alle Highlights aus diesen Folgen samt Geheimtippen aus all dem von mir besuchten Städten.
00:29:45: die hab ich in einem übersichtlichen PDF für dich zusammengetragen.
00:29:49: das kannst Du dir jetzt kostenlos für deine nächste Reise herunterladen wenn du möchtest Sei es nach Berlin, nach Leipzig oder auch Hamburg, Köln, Luzern Salzburg – you name it.
00:29:59: Einen Link dorthin findest du in der Beschreibung oder auf reifgrabuschnik.com-statt spazieren.
00:30:06: Schauen wir das gerne an!
00:30:08: Mein besonderer Dank geht dann noch einmal an die Stiftung Berliner Mauer ohne die diese Folge heute nicht möglich gewesen wäre.
00:30:14: Wenn Du jetzt mehr über die von uns besuchten Orte erfahren willst, da findest Du alle Infos in der Beschreibung auch nochmal verlinkt.
00:30:22: Ja und ganz vorbei ist die diesjährige Stadtspazierensaison trotzdem noch nicht.
00:30:27: Wir haben zwar schon August, aber in ein paar Wochen darfst du hier so für das Ende des Sommers noch eine weitere Folge erwarten Und die wird uns noch einmal quer durch dieses neue vereinte Deutschland führen bis hinter den Rhein sogar.
00:30:40: Also du darfst gespannt sein lasse ein Abo da und dann hören wir uns hoffentlich dann In unserem nächsten Dscherwill.
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