Krems an der Donau. Ein Stadtspaziergang
Shownotes
Begleite mich heute auf einem Stadtspaziergang durch meine Wahlheimat Krems an der Donau! Wir erkunden die Geschichte der ältesten Stadt Niederösterreichs, entdecken von der Gozzoburg bis zum Steinertor die großen Sehenswürdigkeiten der Altstadt und fragen: Warum wurde Wien irgendwann zur Metropole und Krems trotz seiner so imposanten Vergangenheit nicht?
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Die Deja-vu Jingle basiert auf einem Song meiner Band ERNST
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Transkript anzeigen
00:00:01: Ich bin Ralf, das ist déjà vu Geschichte und heute stelle ich dir nichts anderes als meine Wahlheimat vor.
00:00:09: Willkommen im hochhistorischen Geheimtipp Krems!
00:00:13: Der ältesten Stadt Niederösterreichs die einst mal mächtiger war als Wien und auch irgendwann den Wettlauf um die Größe verloren hat.
00:00:45: Und damit herzlich willkommen zu einem neuen Stadtspaziergang von déjà vu geschichte und zu dieser neuen Stadtspaziergangs-Saison im Sommer.
00:00:57: Mein Name ist Ralf, ich bin dein reisender Historiker – wobei heute ein bisschen weniger!
00:01:03: Und in dieser Serie den Stadtspaziergangen von Dschaby begeben wir uns gemeinsam vor Ort tief in die Geschichte unserer Welt und mehr sogar die Geschichte der direkten Umgebung auf das wir sie mit neuen Augen sehen.
00:01:18: Und heute hörst du mich, wie gesagt von einem Ort den ich inzwischen ziemlich gut kenne.
00:01:23: Weil immerhin lebe ich ja seit bald zwei Jahren hier – nämlich aus Krems an der Donau!
00:01:30: In diesem Spaziergang durch diese tiefhistorische Stadt gehen wir eine Frage nach die auf den ersten Blick vielleicht ein wenig banal wirkt aber doch so einiges über die Geschichte unserer Welt verrät.
00:01:42: Nämlich warum sind manche Städte mit der Zeit zu Metropolen geworden?
00:01:47: und andere, naja, Kleinstädte geblieben.
00:01:51: Denn wenn wir uns hier umschauen in Krems gut siebzig Kilometer westlich von Wien und in dessen Geschichte dann sehen wir eine Stadt die doch eigentlich älter ist als die heutige Hauptstadt Österreichs Die Mittelalter zeitweise bedeutender und einflussreicher war, die an einer strategisch und klimatisch perfekten Lage sitzt und die dann doch irgendwann den Anschluss verlor.
00:02:15: Was entscheidet also darüber, welche Städte groß werden und warum wurde es im Norden Österreichs Wien?
00:02:22: Und eben nicht das ältere Krems.
00:02:25: Dieser ja doch weit über diese Region hinausgehenden Frage wollen wir heute gemeinsam am Beispiel vom Kremse nachgehen.
00:02:33: Bevor es damit aber gleich losgeht noch ganz schnell ein paar Dinge!
00:02:37: Erstens nimm noch bitte kurz den Handy raus und abonniere diesen Podcast in der App wo du gerade hörst.
00:02:43: Das hilft mir mehr als du dir vorstellen kannst, ist somit das Beste was du tun kannst um mir zu helfen wenn du diesen Podcast genießt.
00:02:50: Wenn dir dieser Show gefällt.
00:02:51: also vielen lieben Dank!
00:02:54: Zweitens ich mache von diesem Spaziergang auch immer wieder Fotos.
00:02:57: Wenn Du also visuell mitverfolgen willst welche Orte wir hier gemeinsam besuchen dann findest du diese und auch eine Karte unserer Spazieregangs auf meiner Website und zwar auf www.reifkrabuschnick.com oder natürlich auch direkt in der Folgenbeschreibung verlinkt.
00:03:16: Und drittens, diese Folge ist gesponsert vom Stadtmarkt in Krems die aber wie üblich keinen Einfluss auf den Inhalt dieser Folge genommen haben!
00:03:24: Wenn du aber mehr für deinen baldigen Besuch im Kremse herausfinden willst dann findest Du alles Wichtige auf Ihrer Website.
00:03:31: Die ist natürlich ebenfalls in der Beschreibung verlinked.
00:03:33: Ich erzähle am Schluss der Folge noch ein bisschen mehr dazu und Der weiß vielleicht auch von einer Möglichkeit hier gemeinsam was auf die Beine zu stellen, aber ich würde sagen wir starten jetzt erstmal rein.
00:03:52: Aktuell stehen wir hier am Hohenmarkt – am ältesten Platz der Stadt Krems und ohne zu viel angeben zu wollen, aber doch ein bisschen nur zwei Minuten von meiner wunderbaren neuen Wohnung entfernt!
00:04:05: Hinter uns ein wenig weiter den Hügel rauf, thront die Piaristenkirche von der man auch einen wunderbaren Blick über die Dächer der Stadt unter uns hat.
00:04:14: Ja und genau hier müssen wir anfangen weil hier fing eben alles an!
00:04:18: Nicht nur die Geschichte dieser Stadt sondern im Grunde die Besielungsgeschichte der ganzen Region der Wachau ja und eigentlich fast vom ganz Österreich.
00:04:28: Weil wir befinden uns hier wirklich auf uraltem zivilisatorischen Boden.
00:04:34: Schon in der Altsteinszeit, das ist vor unvorstellbaren dreißigtausend Jahren und wirklich eine Zeit über die ich hier im Podcast sonst nie rede, lebten hier nämlich Menschen.
00:04:44: Nur ein paar Kilometer von der Stelle wo wir gerade stehen entfernt, ein bisschen weiter nördlich da wurde vor gut vierzig Jahren zum Beispiel die Venus vom Galgenberg gefunden.
00:04:54: Hier eher liebevoll die Funny vom Gallenberg genannt.
00:04:57: Das ist eine Statuette, die sogar noch älter ist als die deutlich berühmtere Venus von Willendorf Die Anfunderte ist aber auch nur zwanzig Kilometer die Donau hinauf in der Wachau.
00:05:07: Und die zeigt, hier war schon ziemlich früh menschlich einiges los und es hört doch bei Statemen nicht auf!
00:05:14: Auf dem noch mal vielen näheren Wachtberg wirklich nur hinten den Berge ein bisschen rauf wurde sogar ein siebenundzwanzigtausend Jahre altes Kindergrab gefunden.
00:05:25: Ich meine klar eine dauerhafte Besiedlung war das damals freilich nicht wir sind ja da weit vor der Seshaftwertung der Menschen gerade in Europa, aber auch eine semi-dauerhafte Besiedlung so im Nebel der Frühgeschichte.
00:05:39: Das ist schon einigermaßen außergewöhnlich und kommt auch hier nicht allzu häufig vor.
00:05:47: Springen wir aber trotzdem mal lockere einund dreißig tausend Jahre nach vorne – und damit ins Mitleiter!
00:05:55: Weil da wird Krems als Stadt im heutigen modernen Sinn greifbar.
00:05:59: Und wie oft in dieser Gegend?
00:06:01: Das ist auch so ein Trend in den Stadtspaziergängen hier.
00:06:04: Siedelten hier nach dem Abzug der Römer erstmal slavische Gruppen ab dem siebten Jahrhundert, wobei man noch sagen muss Krems ja gerade so außerhalb des engeren römischen Einflussbereiches.
00:06:16: Wir sind zwar an der Donau aber nördlich also nördelig das Limes Aber doch!
00:06:21: Römern ziehen ab und dann im siebte Jahrhundert sind es erst mal Slavische gruppen hier Urkundlich erstmals erwähnt ist Krems aber erst ein wenig später.
00:06:31: und ja auch das ist so ein Trend in den Stadtspaziergängen hier, geschieht das infolge der darauf folgenden deutschen Ostsiedlung beziehungsweise im Fall von Österreich.
00:06:40: Der Bayerischen Colonisation dieser Gebiete hier und zwar für Kremns konkret im Jahr neunhundert fünfundneinzig.
00:06:47: Damit ist KREMS die früheste schriftlich belegte Stadt in der Region.
00:06:51: hier genannt.
00:06:52: in dieser Urkunde wird sie als orientales Urbs, also östliche Stadt.
00:06:58: Ja und das ist eben älter als jede Erwähnung von Wien!
00:07:02: Die heutige Hauptstadt Österreichs taucht erst einige Jahrzehnte später in den Büchern auf.
00:07:08: Damals um die erste Jahrtausendwende war Kremns ein erster wichtiger Stützpunkt der Babenberger.
00:07:15: Das waren die Markgrafen hier.
00:07:17: unter denen würde sich das spätere Österreich so langsam herausbilden Und Sie waren halt hier die Herrscher quasi vor den Habsburger noch.
00:07:23: Ja und es macht auch einigermaßen Sinn, dass sie sich hier vor allem konzentriert haben bzw.
00:07:29: das hier ein Zentrum war weil ja für Krems spricht tatsächlich so einiges und alle Immobilienmarkler und Marklarinnen unter euch werden die drei Gründe dafür schon ahnen.
00:07:40: Lage, Lage & Lage.
00:07:43: Wir sind hier am Ausgang der Wachau.
00:07:46: Die Donau bricht an dieser Stelle aus dem relativ engen Tal heraus in die weite Ebene hinter uns das sogenannte Thulnerfeld und dann dahinter Wien.
00:07:56: Es ist damit ein perfekter Ort für Handel, aber auch ein perfekter Ort für Kontrolle des Flusses ja und das sei nur so nebenbei erwähnt auch landwirtschaftlich recht interessant vor allem für den Beinbau.
00:08:08: Aber dazu kommen wir.
00:08:09: noch bevor wir das tun gehen jetzt aber erst mal ein kleines Stückchen weiter Und in den Jahrhunderten ein wenig nach vorne.
00:08:30: Okay es war wirklich nur ein Stückchen.
00:08:33: Wir sind nämlich eigentlich immer noch am Rand des hohen Markts, stehen jetzt aber vor dem ältesten Profangebäude Krems.
00:08:41: Nämlich der Gotsoburg.
00:08:43: Es ist generell eines der bedeutendsten nicht-kirchlichen Gebäude der Frühgotik in ganz Österreich und benannt nach eben einem gewissen gotso Gottso von Kremse Und der is so was wie ein Schlüssel Der uns hilft zu verstehen Was Kremss damals im Hochmittelalter eigentlich war.
00:09:04: Er war nämlich im dreizehnten Jahrhundert ein Stadtrichter hier, vor allem war Gott so aber ein reicher Mann, ein reicher Bürger und damit etwas was es ja eigentlich nur in einer ebenso wohlhabenden Handelsstadt geben konnte.
00:09:20: Gottes Reichtum der kam einerseits zwar von seinen Ämtern er war mal Kamera, er war dann auch Vorstand des Schlüsselamtes und damit sozusagen für Maude und Zoll und diese Dinge zuständig Aber er besaß auch selbst zu einiger Güter, da kam wohl ein großer seines Geld es her.
00:09:36: Der Wohlstand der Stadt Krems allgemein dagegen – den Gott sie ja irgendwo auch widerspiegelt – der kam schlicht vom Handel.
00:09:45: Vom Salz einerseits, andererseits aber vor allem auch vom Wein!
00:09:50: Weil Kremns war im Hochmittelalter schon eine der wichtigsten Weinstädte in ganz Mitteleuropa.
00:09:57: Der Wein von hier und aus der Wachau hinter uns Der wurde weit die Donau hinauf und hinunter verschifft, bis nach Bayern und darüber hinweg.
00:10:05: Und auf der anderen Seite bis tief in den Osten Europas.
00:10:10: Später kamen dann als weiteres landwirtschaftliches Exportgut auch noch die Marillen dazu – die Aprikosen für die die Gegend heute ja mindestens genauso berühmt ist wie für den Wein oder konkreter den grünen Weltlinor.
00:10:22: Und genau in dieser Zeit des Hochmittelalters, des Handelsbums, das Gotso Das ist auch die Zeit, an der sich Krems ganz allgemein auf dem Höhepunkt befindet.
00:10:34: Die Stadt hatte sogar ein eigenes Münzrecht und schon im frühen vierzehntem Jahrhundert folgte dann auch ein Stadtrecht.
00:10:41: Kremss war also wer?
00:10:44: Ja und wenn wir um die Zeit mal wieder einen kleinen Check-In machen wie schaut es da um Wien aus?
00:10:50: Naja, Wien war in der Zeit auch schon was aber der Abstand war damals doch noch bei Weitem nicht so groß wie heute.
00:10:58: Es war irgendwo auch ein Rennen auf Augenhöhe, bis sich dann irgendwann die Spielregeln änderten und die lange vorteilhafte Geografie irgendwann plötzlich gegen Krems zu spielen begann.
00:11:11: Spazieren wir dafür jetzt aber doch mal ein paar Meter weiter hinunter in die heutige Altstadt von Krebs!
00:11:33: Wir stehen jetzt am Pfarrplatz – er ist dominiert und hoch auf dem Hügel.
00:11:41: dahinter da thront auch der Turm, der Piaristenkirche.
00:11:45: Ich habe gerade schon versucht ein Foto zu machen wo beide halbwegs drauf sind, ist gar nicht mal so einfach.
00:11:50: aber ich glaube man kriegt eine Idee.
00:11:52: ja und wie vorhin gesagt beginnt hier das heutige Zentrum der Kremser Altstadt unterhalb des früheren Zentrums eben um den hohen Markt Und das macht auch einigen Sinn.
00:12:05: So ein Sicherheitsabstand, ein gewisser Höhenunterschied von der Donau mit der Überstellungsgefahr und so weiter... Das war vor allem in der Frühzeit – und da will ich noch gar nicht von der Altsteinzeit reden also auch im Mittelalter noch – ja lange ein ganz zentraler Faktor beim Bau einer Siedlung.
00:12:21: aber mit den Jahrhunderten weiter sieht die Stadt dann doch am Fuß des Hügels aus weil es halt einfach mehr Platzboot und halt ganz allgemein einfacher ist.
00:12:32: Tja, und wenn ich jetzt sage heutige Altstadt dann ahnst du vielleicht sogar schon was das in einem österreichischen Kontext optisch so bedeuten könnte?
00:12:42: Nämlich klar.
00:12:43: wir sind im Barock angekommen.
00:12:46: Die Parkhege vor uns macht es genauso deutlich wie viele Gebäude um den Platz herum.
00:12:51: Wenn es aber auch zum Glück noch sehr viel Gotik ergibt was mir persönlich sowieso deutlich besser gefällt Das hier in Krems auch nicht einfach alles mit Barock neu überbaut wurde, hat aber auch einen Grund.
00:13:05: Mit der Beginn einer Neuzeit müssen wir für Krems nämlich doch von einem recht klaren Bruch reden.
00:13:12: Nach der Blütezeit des Mittelalters kommen nämlich erst mal harte Zeiten auf die Stadt Krems zu.
00:13:18: Das beginnt spätestens mit der Reformation.
00:13:22: Krems war ja wie ganz viele Städte Österreichs Im sechzehnten Jahrhundert stark evangelisch von den Ideen Luthers auch beeinflusst.
00:13:30: Das traf ja noch mal viel mehr auf Städte zu, die im Fernhandel aktiv waren weil klar da halt Ideen von fern weg relativ bald durch die Händler auch in die Stadt gelangten.
00:13:42: so war das auch in Krems und im späten sechzenten Jahrhundert dann also ein gutes halbes Jahrhunder nach dem Desenschlag.
00:13:53: Da ist hier eine klare Mehrheit der Menschen protestantisch.
00:13:57: Wir reden davon deutlich über neunzig Prozent, auch wenn man es nicht so ganz genau sagen kann.
00:14:03: Ja aber wir sind halt doch auch im Habsburger Reich und die Habsburgern verstanden bei sowas ja bekanntlich wenig Spaß.
00:14:12: Die Gegenreformation schlug dann in Folge mit voller Härte hier durch Und Kremse musste sich letztendlich wie quasi alle anderen protestantischen Gebiete Österreiches da wieder unterwerfen.
00:14:25: Ein noch mal größerer Einbruch folgt dann aber im Jahrhundert darauf und auch das ist etwas, was wir hier in der Staatsspaziergangsreihe immer wieder gehört haben nämlich mit dem Dreißigjährigen Krieg bzw.
00:14:36: für Kremns dann vor allem schon sehr am Ende des dreißigjährigen Kriegs.
00:14:41: Nämlich standen im Jahr sixteenfünfundvierzig die schwedischen Truppen vor den Toren beziehungsweise kamen ziemlich schnell durch diese Tore herein.
00:14:50: Und die folgende Zeit, die Belagerung das war eine echte Katastrophe für die Stadt.
00:14:54: Gut ein Jahr lang blieb Kremster schwedisch besetzt.
00:14:57: dann folgte die Habsburgische Rückeroberung.
00:15:00: am Ende des Ganzen sind hunderte Häuser der Altstadt zerstört Die Bevölkerung dezimiert und vor allem wirtschaftlich sah es halt wirklich misserabel aus weil immerhin durfte die Stadt ja die belagenden Truppen auch verpflegen.
00:15:15: Aber und das habe ich ja vorhin schon angedeutet Und gibt's da schon auch einen Wermutstropfen?
00:15:22: Weil es ist ja letztendlich doch auch diesem relativem Niedergang des vor allem siebzehnten Jahrhunderts zu verdanken, dass Cremes heute überhaupt noch so zu sehen ist.
00:15:31: Wie es ist das wir es noch so sehen können wie es ist weil in der Vorgezeit halt oft einfach das Geld fehlte um alles jetzt im großen neuen in Klammern barocken Stil zu überbauen.
00:15:44: Ja und damit blieb hier eben vieles vom mittelalterlichen Kern erhalten, anders als in Städten die in der Zeit oder dann auch im achtzehnten, neunzehnten Jahrhundert so richtig explodiert sind.
00:15:55: Wie eben unter anderem auch Wien!
00:15:58: Aber da greife ich ja schon wieder ein wenig vor... Es gibt nämlich da noch eine andere Besonderheit von Krems, die wir uns erst noch anschauen müssen bevor wir so richtig in die Modelle springen können.
00:16:11: Eine Sache nämlich die Kremse wirklich allen Städten unterscheidet, die ich in diesen Startspaziergängen jemals besucht habe oder ich glaube auch privat jemal Besucht habe.
00:16:20: und dafür bewegen wir uns jetzt mal gemeinsam ein bisschen durch die Fußgängerzone.
00:16:39: Wir schlendern gerade vom Fahrplatz kommend die obere Landstraße entlang und das ist die Haupt-Fußgänger Zone der Stadt und wirklich ein nettes Juwel.
00:16:50: also ganz ehrlich wenn du es bisher nicht getan hast dann schau dir auf jeden Fall die Fotos dazu an.
00:16:56: Also immer, wenn ich von irgendeiner Reise zurück bin oder mal Familie besuche oder sonst was nach einer Woche oder mehr.
00:17:02: Nach Krems zurückkommen und hier durch die Straße zu mir nach Hause schlendern dann muss ich mir manchmal fast ein bisschen die Augen reiben und mich selbst daran erinnern wie unwahrscheinlich schön es eigentlich ist an so einem Ort leben zu können Leben zu dürfen.
00:17:17: das ist wirklich ein Traum.
00:17:19: Und auf dem Fotos siehst du es auch schon am Ende der Landstraße.
00:17:24: da sehen wir langsam auch schon das Wahrzeichen der Stadt Krems aufblitzen und zwar, dass Steiner Tor.
00:17:31: Und der Name ist hier tatsächlich deutlich viel sagender als man vielleicht zuerst denken würde oder ich gedacht habe so als Neuankömmling hier vor eineinhalb Jahren.
00:17:40: er hat nämlich nichts mit der Beschaffenheit des Tors zum tun, dass das Tor aus Stein ist.
00:17:45: Das ist es zwar aber darum geht's dabei nicht.
00:17:49: Nämlich erzählt dieses Tor und sein Name von der Tatsache, dass Krems in seiner Geschichte seit dem Mittelalter nie allein war.
00:17:57: Direkt nebenan hinter dem Dor hier nur einen Steinwurf entfernt, panfolie intended liegt nämlich die Stadt Stein.
00:18:07: Gut also heute ein Stadtteil aber jahrhundertelang war das eben eine eigene Stadt neben Kremns Und wir haben es hier wirklich mit einem Unikum zu tun Nämlich mit einer Doppelstadt.
00:18:21: Wir reden hier nämlich von Krems und Stein.
00:18:24: Das Stadtrecht, das ich vorhin erwähnt habe aus dem Jahr den Jahr dreizehnhundertfünf... ...das war nicht für die Stadt Kremse Es war ein gemeinsames Stadtrecht Für Kremss und Stein.
00:18:34: Die zwei Städte hatten somit auch die meiste Zeit über einen gemeinsamen Bürgermeister Aber getrennte Kassen Getrennete Mauern Und das trifft bei alt Eingesetzenden bis heute zu Irgendwo auch getrenne Identitäten.
00:18:48: Krems war in diesem Paar so etwas wie die bürgerliche Handelsstadt.
00:18:53: Stein dagegen war vor allem der Hafen, der Hauptumschlagsplatz an der Donau und darüber hinaus aber auch der Sitz der Landesfürstlichen Verweiterung.
00:19:02: Es waren dann erst in den Natsis, dass die beiden Städte und gleich noch einige Orte drum herum endgültig vereint wurden zum sogenannten Großkrems.
00:19:13: Was ähnliches haben wir hier in den Staatsplatzsegern ja auch schon öfter mal gehört.
00:19:16: Ich finde es ist relativ vergleichbar, wenn das auch noch mal natürlich eine andere Größe hatte mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von�.
00:19:24: Also ja auch ganz ähnliche Zeit.
00:19:27: Ja und wenn wir jetzt hier durch das Steinnatur gleich durchschlendern übrigens das einzig erhaltende Stadtteuer der Stadt Kremns leider dann spüren wie diese Geschichte schon irgendwie nach.
00:19:38: man merkt schon dass hier irgendwo was endet Auch wenn inzwischen die ehemalige Brachfläche zwischen Krems und Stein durch Gründer-Zeithäuser natürlich bebaut ist.
00:19:48: Aber es bleibt jetzt ja trotzdem noch immer eine große Frage offen, weil wenn Krems so eine bedeutende Stadt war – Ja mit Steinen sogar so eine untypische Doppelstadt!
00:20:00: Warum wurde dann irgendwann das siebzig Kilometer weiter östlich liegender Wien zur großen Metropole Österreichs?
00:20:07: Und Krems sowie Stein blieben eben klein?
00:20:11: Ja, und die Antwort liegt eben genau in dem Grund warum Krems auch ursprünglich seinen Aufstieg erlebt hat.
00:20:17: Die Immobilienmarklerinnen werden sicher erinnern?
00:20:20: Lage, Lage, Lage!
00:20:22: Kremns liegt am Ausgang der Wachau.
00:20:25: das ist perfekt für den Handel.
00:20:27: Mittelalter da waren Schiffe noch kleiner die Trädelpfade entlang der Flüsse waren wichtiger also dass man Schiffe auch ziehen konnte vom Ufer aus.
00:20:36: als die Welt dann aber größer wurde Als vor allem das Habsburger Reich immer größer wurde und spätestens als dann im achtzehnten Jahrhundert auch langsam eine gewisse Zentralisierung einsetzte, da lag Wien dann halt einfach besser.
00:20:48: Es lag näher an Ungarn, näher Anböhmen.
00:20:51: Wien war da irgendwie das Scharnier zum habsburgischen Osten, zum Norden und Süden.
00:20:56: Dann Kremse war halt in Anführungszeichen nur das Tor zur Bachao.
00:21:02: Und wie es so oft ist verstärken sich solche Trends mit der Zeit halt dann immer noch weiter im Laufe der Moderne.
00:21:09: Als dann im Jahrhundert irgendwann die Eisenbahn ins Habsburger Reich kam, da lief die Hauptstrecke von Wien Richtung Westen, Richtung Linz und Richtung Deutschland südlich den Donau entlang über die heutige niederösterreichische Landeshauptstadt St.
00:21:21: Bölten und eben nicht mehr nördlich durch Krems.
00:21:25: Kremse bekam erst später einen Anschluss aber der war halt doch irgendwo zweite Reihe.
00:21:31: Übrigens fand Fakt an dieser Stelle Republik seit hundert Jahren hin oder her, diese Bahn heißt bis heute Franziosesbahn.
00:21:40: Auch so ein österreichisches Schmankerl!
00:21:44: Es ist somit zwar erklärbar aber ich finde ja doch eine eigentlich unwahrscheinliche Erwendung.
00:21:51: im Poker der Geographie hat Wien irgendwann das bessere Blatt gezogen.
00:21:56: gleichzeitig muss ich zum Schluss aber doch dieselbe Frage stellen die hier so oft stelle nämlich Ist das denn wirklich so schlimm?
00:22:05: Ich meine, schauen wir uns noch mal um hier.
00:22:08: Wir stehen hier mitten im UNESCO-Weltkulturerbe.
00:22:11: Wir haben eine der besterhaltenden Altstädte Österreichs und haben eine Lebensqualität von der viele Großstädter innen nur träumen können.
00:22:19: Es gibt schon einen Grund warum ich von Wien hierhin gezogen bin!
00:22:23: Wir haben immer noch Wein, Marillen, Natur, Genuss... eigentlich gestohlt bleiben.
00:22:35: So, ich danke dir dass du bis zum Schluss dieser Folge hier mit dabei warst und ich hoffe du hättest Spaß an unserem Spaziergang durch Cremes.
00:22:44: aber warte noch ganz kurz weil ich habe jetzt noch was für dich!
00:22:48: Dieser Spazieregang war wie so oft erwähnt ja nicht der erste Hier im Podcast.
00:22:53: es gibt inzwischen um die zwanzig Stück davon und die absoluten Highlights aus all diesen Folgen samt Geheimtipps aus allen Städten.
00:23:01: Die habe ich in einem übersichtlichen PDF für dich zusammengetragen.
00:23:05: Und das kannst du dir jetzt kostenlos für deine nächste Reise dieses Jahr runterladen, sei es nach Krems oder nach Hamburg, Köln, Luzern, Salzburg, Leipzig – wohin auch immer!
00:23:17: Einen Link dorthin findest Du in der Beschreibung?
00:23:20: Oder direkt auf railskrabuschnik.com.
00:23:23: slash stadschpazieren Ja und wenn du dir jetzt aber sagst, CREMS!
00:23:28: Da will ich sofort hin.
00:23:29: Dann habe ich noch was für dich.
00:23:31: In der Folgenbeschreibung findest Du zuerst mal einen Link zur allen Angeboten des CREMSA Stadtmarketings unseres Partners für die Folge heute.
00:23:39: Dazu zählen einerseits öffentliche Stadtführungen, die sich immer lohnen, aber eben auch Führungen zu Sonderthemen und ganz besonders empfehlenswert.
00:23:48: Auch Genussstadtführungen mit kulinarischen Zwischenstopps, die lohnen sich wirklich.
00:23:54: Schau dir das liebend gern mal an, du findest einen Link zu all den Angeboten wie gesagt in der Beschreibung.
00:24:00: Ja und dann zweitens, naja... Wie gesagt wohne ich ja hier daher!
00:24:05: Wenn Du vorhast dieses Jahr also sagen wir im Verlauf von dem Jahr zwanzigundzwanzig irgendwann tatsächlich nach Krems zu kommen Dann schreiben mir doch eine kurze E-Mail Weil vielleicht wenn ein paar Leute zusammenkommen Und wir das halbwegs koordiniert kriegen Können wir daraus ja sogar ein kleines Treffen machen.
00:24:22: Du reichst mich da, wie gesagt bei e-mail unter hallo at ralfgrabuschnik.com.
00:24:29: So und ich mach' mich jetzt auf den bitterresken Weg zurück über die Landstraße nach Hause Und ich hoffe wir hören uns schon sehr bald wieder im schon bald folgenden nächsten Startspazierung und damit in unserem nächsten déjà vu Ciao!
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